Galeria Kaufhof Karstadt

Kaufhaus-Gigant verschwindet wohl aus vielen deutschen Städten - auch etliche Reisebüros betroffen

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Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich in der Krise - nicht erst seit Corona.

Es wäre ein Einschnitt für die Einkaufsgewohnheiten vieler Deutscher: Bei den Traditions-Kaufhäusern von Karstadt Kaufhof droht ein Kahlschlag. Zwei Sparten des Warenhausriesen sind offenbar besonders betroffen.

  • Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof muss womöglich bis zu 80 ihrer 175 Filialen schließen
  • Gut 5000 Arbeitsplätze sind in Gefahr
  • Es soll vor allem die Karstadt-Sport-Filialen und die Reisebüros treffen

Update vom 16. Mai, 13.55 Uhr: Die radikalen Einschnitte beim Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof betreffen einem Bericht zufolge auch die Karstadt-Sport-Filialen und die Reisebüros des Konzerns. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, stehen rund 20 der 30 Filialen von Karstadt-Sport vor dem Aus, betroffen wären rund tausend Mitarbeiter. Bei der neu gegründeten Konzerntochter Atrys, welche die Reisebüros von Galeria betreibt, sollen demnach 100 der 130 Reisebüros schließen.

Außerdem soll dem Bericht zufolge allein in der Essener Zentrale von Galeria eine dreistellige Zahl an Jobs wegfallen, dort arbeiten derzeit 1600 Menschen.

Karstadt Kaufhof in der Krise: Kaufhaus-Gigant verschwindet wohl aus vielen deutschen Städten

Erstmeldung vom 15. Mai:

Berlin/Essen - Bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung von bis zu 80 der 175 Filialen. Das geht aus einem ersten Sanierungskonzept hervor, dass am Freitag dem Gesamtbetriebsrat und anderen Gremien vorgelegt wurde. Die Zahl der bedrohten Filialen könne sich allerdings noch reduzieren, wenn die Vermieter und andere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit seien.

Karstadt stellt Entlassungen von 5000 Arbeitskräften wegen Corona-Krise in den Raum

Zuerst haben die Wirtschaftswoche und der Spiegel darüber berichtet. Nach Informationen der Wirtschaftwoche rechnen Insider mit dem Abbau von insgesamt rund 5000 Vollzeitstellen. „Es muss diesmal mehr sein als Kosmetik“, zitiert das Blatt interne Kreise. Ein Sprecher des Warenhauskonzerns betonte, das Unternehmen wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Der Handelsriese hatte allerdings bereits zu Wochenbeginn die Mitarbeiter auf Standortschließungen und einen weiteren Stellenabbau im Zuge des Anfang April eingeleiteten Schutzschirmverfahrens vorbereitet. In einem Brief an die Mitarbeiter berichtete die Unternehmensführung schon am Montag, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klar gemacht, dass es angesichts der Corona-Krise „leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss“. Angaben zur Zahl der bedrohten Filialen oder der gefährdeten Arbeitsplätze machte das Unternehmen damals nicht.

Corona-Krise hat Karstadt bis Mitte Mai eine halbe Milliarde Umsatz gekostet

Während die Politik mit verschiedenen Maßnahmen und Hilfspaketen, wie Kurzarbeit*, Schließungen wie diese zu verhindern sucht, betonte die Konzernführung in ihrem zweiseitigen Schreiben, Galeria Karstadt Kaufhof habe während der Zeit derKomplettschließungen* mehr als eine halbe Milliarde Euro an Umsatz verloren. Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung werde sich der Umsatzverlust wahrscheinlich sogar noch auf bis zu eine Milliarde Euro erhöhen. Deshalb seien weitere Sanierungsmaßnahmen nötig, um das Unternehmen nachhaltig gesund aufzustellen.

Heftigen Gegenwind bekommen die Kürzungspläne vom Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi. „Die im Entwurf des Sanierungsplans vorgesehenen Maßnahmen sind an Grausamkeiten kaum zu überbieten und ein Generalangriff auf alle Beschäftigten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesamtbetriebsrats. Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warf dem Konzern vor, einen „Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten“ zu planen. „Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen“, sagte die Gewerkschafterin.

Auf Twitter waren die ersten Reaktionen der Nutzer Mitleid mit den Angestellten, die nun um ihre Jobs fürchten müssen. Insgesamt verdichtete sich aber die Ansicht, dass das schon seit Jahren angeschlagene Unternehmen dringend eine zeitgemäße Ausrichtung finden müsse. Eine der Einschätzungen der User: „Aber wenn es nicht bald gelingt die Frage zu beantworten, für was steht Karstadt/Kaufhof und wieso braucht man Karstadt/Kaufhof, wird das klassische Warenhaus ( vielleicht mit wenigen Ausnahmen) untergehen.“

Eine große Laufschuhkette muss alle Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz schließen - das ruft Kritik aus der Politik hervor.

Video: Noch nie waren Prognosen für Unternehmen so schwierig wie in der Corona-Krise

dpa/fn/sob

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