Sicherheitsbereitschaft

Kohlekraftwerks-Reserve noch nie angefordert

+
Zwei Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf sind in sogenannter Sicherheitsbereitschaft und damit vorläufig stillgelegt. Foto: Oliver Berg

Berlin (dpa) - Die deutschen Kohlekraftwerke in der sogenannten Sicherheitsreserve mussten noch nie aktiviert werden. Dennoch erhalten die Betreiber für die Reserve-Kraftwerke in den Jahren 2017 und 2018 voraussichtlich 234 Millionen Euro.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Dort heißt es: "Die in Sicherheitsbereitschaft befindlichen Kohlekraftwerke wurden noch nicht angefordert." Zuerst hatte die "Frankfurter Rundschau" (Freitag) darüber berichtet.

Die Übertragungsnetzbetreiber hätten für 2017 Abschläge von 85 Millionen Euro angesetzt, für 2018 seien es 149 Millionen Euro, schreibt das Bundeswirtschaftsministerium.

Als Beitrag für den Klimaschutz sind bereits das Kohlekraftwerk Buschhaus bei Helmstedt seit Oktober 2016 sowie zwei Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich seit Oktober 2017 in sogenannter Sicherheitsbereitschaft und damit vorläufig stillgelegt. Weitere werden folgen. Im Notfall müssen sie innerhalb von zehn Tagen wieder einsatzbereit sein.

Die Kraftwerksbetreiber bekommen dafür Geld von den Übertragungsnetzbetreibern, das letztlich die Stromkunden über Netzentgelte bezahlen. Mit der schrittweisen Stilllegung soll bis 2020 der Ausstoß von bis zu 12,5 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Nach vier Jahren in Reserve werden die Kraftwerksblöcke dann endgültig stillgelegt.

Gesetz zur Stilllegung von Braunkohlekraftwerken

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Spaltet sich Ebay bald auf? Gerücht lässt Aktienkurs springen

Ein einflussreicher New Yorker Hedgefonds drängt Ebay zur Aufspaltung und will unter anderem, dass sich die Onlinehandels-Plattform von ihrer Kleinanzeigen-Tochter …
Spaltet sich Ebay bald auf? Gerücht lässt Aktienkurs springen

Easyjet will wegen EU-Lizenz britische Aktionäre loswerden

Easyjet fliegt in ganz Europa und sogar innerdeutsche Verbindungen. Um dieses Geschäftsmodell bei einem Brexit zu retten, will der Billigflieger nun einen Teil seiner …
Easyjet will wegen EU-Lizenz britische Aktionäre loswerden

Kohleausstieg: Wirtschaft zieht rote Linien

Ziel der Kohlekommission ist ein breiter gesellschaftlicher Konsens für das Ende des Kohlestroms in Deutschland. Schon an diesem Freitag könnte ein Konzept stehen. …
Kohleausstieg: Wirtschaft zieht rote Linien

Gericht lehnt erneut Freilassung von Automanager Ghosn ab

Seit mehr als zwei Monaten sitzt Carlos Ghosn in Untersuchungshaft. Und das kann noch Monate weitergehen. In Paris laufen Vorbereitungen für einen Führungswechsel bei …
Gericht lehnt erneut Freilassung von Automanager Ghosn ab

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.