Gefahren

Konflikt um Katar bewegt Ölpreise kaum

+
Die Ölpreise reagierten bisher kaum auf die diplomatische Krise in der Golfregion. Foto: epa Larry W. Smith

Der Streit zwischen Katar und den arabischen Nachbarländern belastet die Börse des kleinen Golfstaats. Die Ölpreise hingegen reagieren bisher kaum auf die diplomatische Krise. Doch Analysten sehen Gefahren.

New York/London (dpa) - Die Eskalation der diplomatischen Beziehungen unter den Golfstaaten hat die Ölpreise kaum bewegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg bis zum Mittag leicht auf 49,57 US-Dollar.

Das waren zehn Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um fünf Cent auf 47,46 Dollar zu. Auch der Preis für Rohöl des Ölkartells Opec notierte nur wenig höher.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Katar wird eine Verbindung zum internationalen Terrorismus unterstellt. Es ist die schwerste diplomatische Krise in der Region seit Jahren.

"Ob und in welchem Ausmaß auch Energielieferungen von der gestrigen Entscheidung betroffen sind, lässt sich noch nicht abschätzen", schreiben Analysten der Commerzbank. Katar sei zwar ein wichtiger Lieferant von verflüssigtem Erdgas, aber bei Erdöl ein vergleichsweise kleiner Akteur.

Sollte Katar indes die jüngst verlängerte Förderbegrenzung des Ölkartells Opec nicht mehr mittragen, könnten auch andere Länder diesem Beispiel folgen, schreiben die Commerzbank-Analysten. Zunächst blieben die Ölpreise aber weiter auf dem niedrigen Niveau, das sie Ende vergangener Woche nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erreicht hatten.

Unterdessen hat sich die Aktienbörse in Katar stabilisiert. Der Konflikt um das Emirat hatte den Qatar Exchange Index (DSM) am Montag so stark abstürzen lassen wie zuletzt vor rund acht Jahren. Nachdem der Leitindex den Handel mit einem Verlust von 7,27 Prozent auf 9202,62 Punkte beendet hatte, zeigte er sich am Dienstag unverändert.

Die Kurse von Katars Staatsanleihen standen hingegen weiter unter Druck. Im Gegenzug stiegen die Renditen der Papiere. Ein im Jahr 2020 fälliger, auf US-Dollar lautender Staatstitel rentierte mit 2,4 Prozent, nach gut zwei Prozent vor der diplomatischen Eskalation.

Auch die Landeswährung Katar-Riyal war schwach. Sie ist an den Dollar gebunden und kann nicht so einfach abwerten. Versicherungen, mit denen sich Investoren gegen einen Ausfall katarischer Staatsanleihen absichern können, wurden seit Ausbruch der diplomatischen Krise deutlich teurer, allerdings von niedrigem Niveau aus.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Jetzt streiken die Flugbegleiter. 
Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Nach den irischen Piloten streiken nun die Flugbegleiter in mehreren europäischen Ländern. Die …
Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben auch zur Wochenmitte ihren Optimismus beibehalten. Der Leitindex Dax baute die Gewinne vom Vortag aus …
Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Continental spaltet Antriebssparte ab

Viele Zulieferer und Autobauer sind sich unsicher, was die Zukunft bringt. Manche spalten sich in einen chancenreichen und einen weniger zukunftsträchtigen Teil auf. …
Continental spaltet Antriebssparte ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.