Milliardengeschäft in Aussicht

Konsum-Boom vor Weihnachten: Deutsche in Kauflaune

Frankfurt/Main - Weihnachten lassen sich viele Menschen einiges kosten. Auch in diesem Jahr hat der Einzelhandel Aussicht auf ein Milliardengeschäft. Marktforscher sind überzeugt: Auch danach wird der Konsum das Wirtschaftswachstum stützen.

Deutschlands Verbraucher kommen pünktlich zu Weihnachten wieder so richtig in Kauflaune. „Die Gabentische werden auch 2016 wieder brechend voll sein“, sagte GfK-Marktforscher Wolfgang Adlwarth am Donnerstag in Frankfurt.

Insgesamt stellten die Nürnberger Experten ein stabiles Konsumklima fest - auch dank der „exzellenten Verfassung des Arbeitsmarktes“, wie Konsumforscher Rolf Bürkl erklärte: „Die Rahmenbedingungen in der deutschen Wirtschaft sind weiterhin gut, trotz des turbulenten internationalen politischen Umfelds.“

280 Euro für Weihnachtsgeschenke 

Der monatliche GfK-Konsumklimaindex erhöhte sich nach zwei Rückgängen in Folge für den Dezember wieder auf 9,8 Punkte. Im Vormonat war der Index mit 9,7 Zählern erstmals seit Juni unter die 10-Punkte-Marke gefallen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft zog nach dem Dämpfer im Vormonat auch die Neigung an, größere Anschaffungen zu tätigen.

Für Weihnachtsgeschenke wollen die Menschen in Deutschland im Schnitt 280 Euro ausgeben - und damit 6 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Eingefleischte Weihnachtsfans - der GfK-Umfrage zufolge jeder zweite Deutsche (49 Prozent) - planen sogar mit 324 Euro. Insgesamt wollen neun von zehn Verbrauchern (90 Prozent) zum Fest etwas verschenken.

Prognose: 14,3 Milliarden Euro Umsatz mit Weihnachtsgeschenken

Der Handel darf sich demnach wieder auf gute Geschäfte freuen. Rund 14,3 Milliarden Euro dürften laut der GfK-Prognose wie im Vorjahr mit Weihnachtsgeschenken umgesetzt werden. Jeder zweite (53 Prozent) bestellt mindestens ein Geschenk im Internet - Tendenz steigend. „Der Online-Handel wird sich eine größere Scheibe vom Weihnachtsgeschäft abschneiden als der stationäre Handel“, sagte Adlwarth.

Die Auswahl bleibt traditionell: Bücher, Spielwaren und Bekleidung dürften auch in diesem Jahr am häufigsten unter dem Weihnachtsbaum liegen. Zunehmend beliebter wird Selbgebasteltes. Fast jeder dritte Befragte (rund 28 Prozent) gab an, Geschenke selbst anzufertigen.

„Die Sparneigung ist im Keller“

An der starken Rolle des Konsums als wesentlicher Treiber des deutschen Wirtschaftswachstums wird sich nach Einschätzung der GfK absehbar nichts ändern. Seit Monaten sitzt vielen Verbrauchern das Geld locker - auch weil Sparen in Zeiten extrem niedriger Zinsen kaum noch belohnt wird. „Die Sparneigung ist im Keller“, befand Adlwarth.

Die GfK bekräftigte ihre Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben in Deutschland 2016 zum Vorjahr um etwa zwei Prozent zulegen werden. „Der private Konsum wird damit sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr eine wesentliche Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland bleiben“, sagten die Markforscher voraus.

„Ob der für viele überraschende Ausgang der US-Wahlen die Stimmung nachhaltig beeinflussen wird, bleibt abzuwarten“, hieß es. In die aktuelle Befragung flossen Reaktionen der deutschen Verbraucher auf die Wahl Donald Trumps zum künftigen US-Präsidenten noch nicht ein.

dpa

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