Nach Kritik im Fall Grube

Bahn-Aufsichtsratschef Felcht tritt Ende März zurück

+
Bahn-Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht tritt Ende März zurück. Foto: Bernd von Jutrczenka

Bei der Deutschen Bahn kommt die Führungsriege nicht zur Ruhe. Nach mehreren Beschlüssen zu Vorstandswechseln soll nun der Chefkontrolleur abtreten. Vorher hatte es schon Kritik an der Suche nach neuem Spitzenpersonal gegeben.

Berlin (dpa) - Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, hat für Ende März seinen Rücktritt angekündigt. Das teilte der bundeseigene Konzern in Berlin mit.

Die schwierige Suche nach Spitzenpersonal hatte auch zu Kritik an Felcht geführt. Sie wurde zusätzlich erschwert durch den Regierungswechsel. Noch ist nicht klar, wer den Bund als Eigentümer der Bahn künftig im Aufsichtsrat vertreten wird.

Felcht war von anderen Mitgliedern des Kontrollgremiums für die missglückte Vertragsverlängerung des früheren Bahnchefs Rüdiger Grube verantwortlich gemacht worden. Anonym warfen sie dem früheren Chemiemanager vor, die damalige Aufsichtsratssitzung schlecht vorbereitet und dann nicht im Griff gehabt zu haben.

Felcht hat sich laut Bahn "nach reiflicher Überlegung (...) zu diesem Schritt entschieden". "Auf diesem Wege möchte ich dem Eigentümer ausreichend Zeit lassen, eine Nachfolgeregelung zu beschließen", wurde er zitiert. "Zugleich möchte ich eine ordnungsgemäße Überleitung meiner Aufgaben auf meinen Nachfolger sicherstellen und insbesondere gewährleisten, dass alle in dieser Zeit noch anstehenden Beschlüsse und Entscheidungen ohne Zeitverzug und ungeachtet des Wechsels des Aufsichtsratsvorsitzes ordnungsgemäß behandelt werden können."

Der Vorstand der Deutschen Bahn war erst vor zwei Wochen wieder komplettiert worden - nach knapp acht Monaten. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte zwei freie Posten neu besetzt. Das Ressort Güterverkehr und Logistik wird künftig vom bisherigen Deutschland-Chef der Bank Barclays, Alexander Doll, geleitet. Vorstand für Digitalisierung und Technik wird die Maschinenbau-Professorin Sabina Jeschke.

Außerdem wurde ein Nachfolger für den scheidenden Personalvorstand Ulrich Weber ernannt: Im Januar übernimmt der heutige Personaldirektor der Deutschen Telekom, Martin Seiler, die Verantwortung für die weltweit rund 300 000 Bahn-Beschäftigten.

Es war der dritte Anlauf, den Vorstand des Staatskonzerns um seinen Vorsitzenden Richard Lutz zu vervollständigen. Eigentlich sollte der Chef der Güterbahn-Tochter DB Cargo, Jürgen Wilder, in den Konzernvorstand aufrücken und das Ressort Güterverkehr und Logistik übernehmen. Er scheiterte aber am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Deutschland ist Schlusslicht bei Höhe des Kurzarbeitergelds

Düsseldorf (dpa) - Bei der Höhe des gesetzlich gezahlten Kurzarbeitergeldes ist Deutschland nach einer aktuellen Studie Schlusslicht unter den europäischen Ländern mit …
Deutschland ist Schlusslicht bei Höhe des Kurzarbeitergelds

Corona zwingt zum Homeoffice: Wer zahlt eigentlich die Mehrkosten - und was kann ich absetzen?

Weil weltweit das Coronavirus wütet, zeigt sich Deutschland flexibel. Viele Menschen arbeiten im Homeoffice. Doch wer zahlt eigentlich die Mehrkosten?
Corona zwingt zum Homeoffice: Wer zahlt eigentlich die Mehrkosten - und was kann ich absetzen?

Dax mit herben Verlusten

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse im Zuge der Virus-Krise wieder auf Talfahrt begeben.
Dax mit herben Verlusten

Corona-Krise: VW-Tochter Seat beginnt in Spanien mit der Produktion von Beatmungsgeräten

Der Wirtschaft drohen durch die Coronakrise dramatische Folgen. Adidas will in Deutschland keine Miete mehr zahlen - und unseriöse Masken-Hersteller drängen auf den …
Corona-Krise: VW-Tochter Seat beginnt in Spanien mit der Produktion von Beatmungsgeräten

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.