Umwelthilfe sieht Mängel

Kritik nach 12 Monaten Elektroschrott-Rücknahmepflicht

+
Ausgediente Elektrogeräte bei der Firma Electrocycling in Goslar. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin (dpa) - Ein Jahr nach Einführung der Rücknahmepflicht für Elektrogeräte im Handel kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Mängel bei der Umsetzung.

Testbesuche der Verbraucher- und Umweltschutzorganisation hätten ergeben, dass viele Händler alte Geräte nicht anstandslos zurücknähmen und Verbraucher nicht ausreichend informierten, teilte die DUH am Donnerstag mit. "Bei rund der Hälfte der getesteten Händler fehlten Hinweisschilder oder die Mitarbeiter waren nicht geschult", kritisierte Vize-Geschäftsführerin Barbara Metz.

Bei einigen der getesteten Baumärkte, Elektromärkte, Möbelhäuser und Warenhäuser gingen die Tester bei mehreren Filialen vorbei, bei anderen nur bei einer Filiale. Weiter kritisiert die DUH, dass viele Online-Händler nur einen Paketversand anböten. Stattdessen müssten sie sich nach Ansicht der Organisation am Aufbau und der Unterhaltung von Sammelstellen beteiligen.

Der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) bezeichnet die Rücknahme im Fall größerer Geräte dagegen als "Erfolgsstory" - und das nicht erst seit vergangenem Jahr: "Der Einzelhandel nimmt schon seit Jahrzehnten freiwillig und unbürokratisch alte Waschmaschinen und Kühlschränke seiner Kunden zurück", teilte ein Sprecher mit. Bei kleinen Geräten sei vielen Konsumenten nicht klar, dass sie diese im Handel zurückgeben könnten. "Selbst Händler, die auffällig gestaltete Rücknahmetheken für kleine Elektrogeräte eingerichtet haben, registrieren kaum Rückgaben", sagte der Sprecher.

Seit dem 24. Juli 2016 können Verbraucher Elektroschrott bei Händlern zurückgeben, die eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmeter für Elektrogeräte haben. Bei Online-Händlern zählt die Lagergrundfläche, auf der Elektrowaren stehen. Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern müssen immer zurückgenommen werden – unabhängig davon, ob der Kunde ein neues Gerät kauft. Ansonsten gilt das Prinzip alt gegen neu. Die Umwelthilfe fordert, alle Händler mit einer Gesamtverkaufsfläche von 100 Quadratmetern zur Rücknahme zu verpflichten. Zudem müssten die Bundesländer die Einhaltung der gesetzlichen Pflichten kontrollieren.

Verbraucherzentrale zur Rücknahmepflicht

Mitteilung DUH

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal wieder etwas an Tempo gewonnen.
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen

Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen

Bahn im Mai wieder unpünktlicher

Berlin (dpa) - Fahrgäste in ICE und Intercitys der Deutschen Bahn brauchten im Mai wieder mehr Geduld. Nur 75,8 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich - das …
Bahn im Mai wieder unpünktlicher

Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet

Im Abgasskandal bekommt Audi-Chef Stadler die harte Hand der Justiz zu spüren. Wegen Verdunkelungsgefahr nahmen Ermittler ihn in U-Haft. Ein vorläufiger Nachfolger steht …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.