"Risiken und Chancen"

Krombacher verschiebt Preiserhöhung für Flaschenbier

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Ursprünglich sollte die Preiserhöhung alle in Flaschen abgefüllten Biersorten der Brauerei sowie Krombacher’s Fassbrause, Rolinck, Eichener und die Cab-Produkte betreffen. Foto: Caroline Seidel

Rückzieher von Krombacher: Das Flaschenbier der Siegerländer Brauerei wird nun doch nicht im Herbst teurer. Die Geschäfte laufen gut, und ob dafür ein anderer großer Bierhersteller vorprescht, ist fraglich.

Kreuztal (dpa) - Gute Nachricht für Biertrinker: Der Pils-Marktführer Krombacher verschiebt seine Preiserhöhung für Flaschenbier auf unbestimmte Zeit.

"Wir haben Risiken und Chancen abgewogen und sind zu der Entscheidung gekommen, die Preiserhöhung zunächst zu verschieben", sagte ein Krombacher-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich sollte die Preiserhöhung zum 1. Oktober 2017 alle in Flaschen abgefüllten Biersorten der Brauerei sowie auch einige weitere Produkte betreffen.

Nach Einschätzung des Fachmagazins "Inside" stehen zahlreiche Bierhersteller in den Startlöchern für eine Preiserhöhung. "Unserer Einschätzung nach spielen viele deutsche Brauer mit dem Gedanken, ihre Kostensteigerungen über eine Preiserhöhung einzuspielen", sagte "Inside"-Herausgeber Niklas Other. Die Brauer stünden zudem vor dem Problem, dass ein übermächtiger Handel die Einkaufskonditionen zu seinen Gunsten verändere. Die letzte große Preisrunde liege vier Jahre zurück. "Die laufen alle schon ein bisschen trocken und pfeifen zum Teil auf dem letzten Loch."

Als Marktführer bei der meistgetrunkenen Biersorte in Deutschland, dem Pils, stehe Krombacher besonders im Fokus. "Dass Krombacher jetzt zurückrudert, ist ein schwerer Schlag und bringt große Verunsicherung", sagte Other. Letztlich sei es aber nicht ausgeschlossen, dass eine andere Brauerei die Initiative ergreift. Krombacher stehe mit seinen deutlichen Absatzzuwächsen gegen den rückläufigen Branchentrend nicht so unter Zugzwang wie einige andere Brauer. "Krombacher ist gut drauf und hat den Vorsprung ausgebaut."

Preiserhöhungen einer großen Brauerei würden aus Sicht des Getränkefachgroßhandels auf die Verbraucherpreise durchschlagen. "Aus unseren Konjunkturumfragen geht hervor, dass viele Betriebe Gewinnrückgänge verbuchen", sagte der Geschäftsführende Vorstand im Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Günther Guder.

Deshalb müssten höhere Abgabepreise von Getränkeherstellern und auch höhere Kosten im eigenen Unternehmen beispielsweise durch die Lkw-Maut und Lohnsteigerungen weitergeben werden. "Insofern wäre mit Sicherheit eine Preiserhöhung in unserem Sinne gewesen, um unsere Kostensituation auch etwas zu verbessern." Ob Getränkehändler im Alleingang höhere Preise ankündigen werden, sei fraglich.

Nach der Mitteilung von Krombacher werde sich nun kaum ein anderer großer Brauer mit Blick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft trauen, Preiserhöhungen in diesem Jahr durchzusetzen, meinte Guder.

Krombacher-Konkurrent Veltins will in diesem Jahr die Abgabepreise nicht anheben. "Wir werden dieses Jahr keine Preiserhöhung machen", hatte Veltins-Chef Michael Huber bereits vor zwei Wochen gesagt. Allerdings verwies er auch auf deutliche Kostensteigerungen, die irgendwann Preiserhöhungen unumgänglich machen würden. Die Veltins-Geschäftsführung wolle die Situation im Herbst bewerten.

Der deutsche Biermarktführer, die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe, prüft ebenfalls die Lage. "Wir beobachten den Markt und natürlich loten wir dabei auch mögliche Spielräume und Notwendigkeiten für Preisanpassungen ganz regelmäßig aus. Allerdings sind unsere Erörterungen rund um dieses Thema noch nicht abgeschlossen", teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Carlsberg Deutschland hat bereits zum 1. Februar dieses Jahres die Preise für die Marken Carlsberg, Duckstein, Astra und Holsten Edel erhöht sowie eine generelle Fassbierpreiserhöhung in der Gastronomie umgesetzt. "Derzeit befinden wir uns in der Umsetzung einer Preiserhöhung zum 1. Oktober für die Marke Lübzer", sagte ein Sprecher.

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