Suche nach Nachfolger dauert

Kurswechsel der Bahn nach Grubes Rücktritt gefordert

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Wohin geht die Reise? Nach dem Rücktritt von Bahnchef Grube werden Forderungen nach einem Kurswechsel des bundeseigenen Konzerns laut. Foto: Wolfram Kastl

Berlin - Nach dem überraschenden Abgang von Bahnchef Grube sieht es nicht nach einer schnellen Nachfolge aus. An den noch nicht bekannten Neuen werden schon einmal Ansprüche formuliert.

Nach dem Rücktritt von Bahnchef Rüdiger Grube ist noch kein heißer Nachfolgekandidat im Rennen. Am Tag nach dem Eklat im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn wurden Forderungen nach einem Kurswechsel des bundeseigenen Konzerns laut.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats wird sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits am Montag wieder treffen. Die Grünen-Fraktion im Bundestag beantragte für denselben Tag eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses.

Die vor dem Rücktritt gescheiterte Vertragsverlängerung für Grube lege offen, "dass der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG mit der Arbeit der Bahnspitze unzufrieden war und das Vertrauen zwischen der Eigentümerin und dem Bahnmanagement zerstört ist", schrieb Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann zur Begründung des Antrags. Zu der Sitzung sollte auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingeladen werden.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), erwartet keine schnelle Entscheidung über den neuen Vorstandsvorsitzenden. "Die Nachfolgersuche wird nicht einfach", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). "Einen Schnellschuss darf es hier nicht geben. Dafür ist das Amt des Bahnchefs in Deutschland viel zu wichtig. Sicherlich machen sich einige im derzeitigen Vorstand Hoffnungen."

Grube hatte sein Amt am Montag nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt. Auf Druck der Vertreter der Bundesregierung habe das Gremium ihm lediglich eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre angeboten, nachdem zuvor drei Jahre verabredet worden seien, hieß es aus dem Umfeld des Gremiums. Das habe Grube nicht hinnehmen wollen.

Nach dem Rücktritt sei im Aufsichtsrat überwiegend die Meinung vertreten worden, dass für Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla ein Sprung an die Spitze noch zu früh käme. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen worden, dass der ehemalige Kanzleramtschef den Posten letztlich doch übernehmen könnte, verlautete aus diesen Aufsichtsratskreisen.

Der designierte SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte am Montag deutlich gemacht, dass über die Besetzung des Chefpostens in der Koalition entschieden werde. Genau dies wollen die Grünen nicht. Die Neubesetzung dürfe "nicht im Hinterzimmer zwischen Union und SPD ausgedealt werden", sagte die Verkehrsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Valerie Wilms.

In der Sondersitzung des Verkehrsausschusses solle über die Neuausrichtung der Bahnpolitik beraten werden. "Wichtiger als die Person ist der neue Auftrag. Deutschland braucht ein starkes Konzept für die Entwicklung des Schienenverkehrs", stellte Wilms klar.

Burkert nannte es einen Fakt, "dass die Unternehmensergebnisse bei der Deutschen Bahn derzeit nicht stimmen. Das gilt sowohl für den Umsatz als auch für den Gewinn." Zudem seien "mit dem Sparprogramm im Güterverkehr Weichenstellungen erfolgt, die nicht im Sinne der Beschäftigten und der Politik sind". Seit Monaten ringt die auch im Aufsichtsrat vertretene Bahngewerkschaft EVG mit dem Vorstand um ein Sanierungskonzept für die Güterbahn DB Cargo.

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