Börse in Frankfurt

Dax zollt steigenden Zinsen Tribut

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Die Anzeigetafel mit dem Kursverlauf spiegelt sich im Handelssaal der Frankfurter Börse im Schriftzug "DAX". Foto: Christoph Schmidt

Frankfurt/Main (dpa) - Steigende Zinsen und schwächelnde US-Börsen haben den Dax am Montag ausgebremst. Der Kursrückgang des Euro im Vergleich zum US-Dollar konnte dies nicht wettmachen, sondern wirkte allenfalls stabilisierend.

Letztlich ging es für den deutschen Leitindex um 0,12 Prozent auf 13.324,48 Punkte abwärts.

Noch zu Handelsbeginn hatte der Dax mit moderaten Gewinnen an seinen Erholungsversuch vom Freitag anzuknüpfen versucht. Unterstützung kam von der am Freitag in den USA fortgesetzten Rekordrally. Doch dann rückten steigende Renditen an den Anleihemärkten in den Fokus.

Die Rendite fünfjähriger Bundesanleihen eroberte erstmals wieder seit etwas mehr als zwei Jahren positives Terrain, und richtungweisende zehnjährige Bundesanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit Dezember 2015.

"Die Kommentare der EZB-Banker aus der Vorwoche hallen noch nach und sorgten nicht gerade für Kauflaune am deutschen Aktienmarkt", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Aktien werden mit steigenden Renditen an den Anleihemärkten unattraktiver, da hilft dann auch die aktuell moderate Euro-Schwäche nicht."

Der Euro kostete am frühen Abend 1,2343 Dollar, nachdem er jüngst kurzzeitig über 1,25 Dollar geklettert war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2379 (Freitag: 1,2436) Dollar festgesetzt. Ein sinkender Eurokurs begünstigt tendenziell die deutschen Exportunternehmen.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes schlugen am Montag unterschiedliche Richtungen ein: Der MDax, in dem Aktien mittelgroßer Unternehmen versammelt sind, gab um 0,23 Prozent auf 26.964,88 Punkte nach. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es indes um 0,29 Prozent auf 2673,51 Zähler nach oben. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, verlor 0,12 Prozent auf 3642,98 Punkte und auch in Paris wurden moderate Verluste verzeichnet. Der Londoner FTSE 100 hielt sich dagegen minimal im Plus. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,4 Prozent, ebenso wie die technologielastigen Nasdaq-Börsen.

Für Kursausschläge sorgten vor allem Analystenkommentare. So waren die Commerzbank-Aktien mit minus 2,06 Prozent Schlusslicht im Dax, nachdem die schweizerische Großbank UBS eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen hatte.

Im MDax zählten Wacker Chemie nach einer Abstufung durch das Investmenthaus Kepler Cheuvreux mit minus 1,26 Prozent zu den schwächsten Werten. Die Freenet-Papiere verloren nach einer Studie des Bankhauses Lampe über Wachstumsrisiken bei dem Telekomunternehmen am TecDax-Ende 1,95 Prozent.

Mit dem Industriekonzern Siemens und der Deutschen Bank planen Kreisen zufolge gleich zwei Dax-Konzerne noch vor Ostern den Börsengang (IPO) von Unternehmensteilen. Die Siemens-Papiere schlossen im Vergleich zum Freitagabend unverändert. Der kolportierte Zeitpunkt für die IPO-Pläne der Medizintechnik-Sparte "Siemens Healthineers" lockte Anleger nicht. Der ebenfalls kolportierte Zeitpunkt für die Erstnotiz der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung brachte auch dort keine positiven Impulse.

Im TecDax erholten sich die Anteile des Zahlungsabwicklers Wirecard dank starker Quartalszahlen und legten um 0,92 Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,40 Prozent am Freitag auf 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,33 Prozent auf 139,15 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,64 Prozent auf 158,78 Punkte.

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