Angeschlagene Fluggesellschaft

Lufthansa-Chef: „Air-Berlin-Übernahme sehe ich aktuell nicht“

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, eine Übernahme des Rivalen zieht der Manager momentan aber nicht in Betracht.

Berlin - „Wir unterstützen Air Berlin bereits, indem wir 38 Flugzeuge geleast haben und auf unseren Strecken einsetzen“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der „Bild am Sonntag“.

Er könne sich vorstellen, diese Zusammenarbeit auszuweiten. Dabei gebe es für ihn auch keine Grenze nach oben. „Eine Unternehmensübernahme sehe ich dagegen aktuell nicht“, sagte Spohr der Zeitung weiter. Er führte dafür demnach drei Gründe an: die enorme Schuldenlast, das zu hohe Kostenniveau und kartellrechtliche Fragen.

Air Berlin - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft - ächzt unter einem hohen Schuldenberg und wird vor allem durch die Finanzspritzen ihres arabischen Großaktionärs Etihad in der Luft gehalten. Mit einem Sparkurs und der Zusammenlegung von Geschäften versucht das Unternehmen, finanziell wieder an Kraft zu gewinnen.

Spohr äußerte sich in der „Bild am Sonntag“ zugleich kritisch zum diskutierten Laptopverbot in Flugzeugkabinen. „Wir sind mit den deutschen, europäischen und US-Behörden im engen Dialog, wie man die Sicherheit ohne ein Laptopverbot an Bord weiter erhöhen kann.“ Das könnten zusätzliche Gerätekontrollen am Gate oder neue Techniken zum Entdecken gefährlicher Substanzen sein. „Man kann ein mögliches Risiko nicht einfach von der Kabine in den Frachtraum verlagern.“ Terroristen sollen Wege gefunden haben, Sprengstoff in solchen Geräten an Bord zu schmuggeln. Die Airlines fürchten erhebliche Geschäftseinbußen.

dpa

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