Für Kurzurlauber interessant 

Lufthansa testet Langstrecken-Tickets nur mit Handgepäck

Schnäppchen oder ärgerliche Attacke auf den Passagier-Geldbeutel? Die Lufthansa testet einen Langstreckentarif, in dem kein Aufgabegepäck enthalten ist.

Frankfurt/Main - Die Lufthansa lotet bei Passagieren das Interesse an Langstreckentickets ohne Aufgabe-Gepäck aus. Bisher können den Tarif nur Fluggäste auf Verbindungen zwischen Skandinavien und den USA buchen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenportals „Aerotelegraph“. Im Light-Tarif ist dort nur ein Stück Handgepäck bis acht Kilo enthalten. Ein aufgegebener Koffer mit bis zu 23 Kilo Gewicht kostet laut dem Bericht pro Strecke 60 oder 100 Dollar extra - je nachdem, ob man ihn im Internet oder am Flughafen dazu bucht.

Dem Sprecher zufolge gibt es bei Lufthansa Überlegungen, einen solchen Tarif auch allgemein einzuführen. Ob, wann und in welcher Form dies geschehe, sei aber noch nicht entschieden. Bisher kann man den Tarif aus Deutschland heraus nicht buchen. 

Besonders für Kurzurlauber interessant 

Interessant könnte dieser nicht nur für Kurzzeit-Reisende sein, die ohnehin mit wenig Gepäck reisen. Paare und Familien könnten sich etwa einen großen Koffer teilen - und so von günstigeren Tickets profitieren. Die Lufthansa könnte ihre Tickets auf diese Weise optisch billiger machen, denn andere Airlines haben auf der Langstrecke reine Handgepäck-Tarife bereits im Angebot.

Daneben testet der Lufthansa-Konzern auch Änderungen bei der Bordverpflegung. So streicht die Schweizer Tochter Swiss ab Ende Mai auf den meisten Kurz- und Mittelstreckenflügen ab Genf im Tarif „Economy Light“ die kostenlosen Snacks - nur Wasser ist inklusive. Das bestätigte ein Swiss-Sprecher. Gegen einen Extra-Obolus könnten die Passagiere an Bord dann aus einem erweiterten Angebot wählen.

Auch interessant: Lufthansa profitiert von Air-Berlin-Pleite

dpa

Rubriklistenbild: © AFP / DANIEL ROLAND

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