Arbeitsgericht soll entscheiden

Lufthansa will Pilotenstreik gerichtlich stoppen lassen

+
Die Lufthansa-Piloten haben einen Streik angekündigt. Das Unternehmen versucht nun, das auf die letzte Minute zu verhindern.

Frankfurt/Main - Die Lufthansa will den für Mittwoch angesetzten Pilotenstreik mit einer einstweilige Verfügung stoppen lassen. Das Arbeitsgericht Frankfurt soll darüber noch am Nachmittag beraten.

Die Lufthansa will den für Mittwoch angesetzten Pilotenstreik mit einer einstweiligen Verfügung stoppen lassen. Das Arbeitsgericht Frankfurt sollte darüber noch am Nachmittag beraten, sagte ein Unternehmenssprecher. Man halte einzelne Elemente der Forderung für rechtswidrig.

Ob Lufthansa im Falle einer Ablehnung auch in die zweite Instanz gehen würde, ließ er offen. Das Landesarbeitsgericht Hessen hatte den vorerst letzten Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit im September 2015 für rechtswidrig erklärt, weil dort tariffremde Forderungen erhoben worden waren. Die VC hatte daraufhin den Streik Nr. 13 gestoppt und in der Folgezeit vermieden, über andere Themen öffentlich zu reden. Der aktuelle Streik bezieht sich allein auf Lohnforderungen.

Jeder zweite Flug soll ausfallen

Lufthansa-Angaben zufolge würden dem dann 14. Pilotenstreik am Mittwoch fast jeder zweite Flug der Marke Lufthansa zum Opfer fallen. Von den 876 streikbedingt gestrichenen Flügen seien 51 Interkontinentalverbindungen. Insgesamt seien rund 100 000 Passagiere betroffen, teilte die Airline am Dienstag mit. Insgesamt kommt die Marke Lufthansa auf rund 1800 Flüge pro Tag. „2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt“, heißt es in der Mitteilung. Darin sind allerdings auch Flüge von Konzerngesellschaften enthalten, die nicht bestreikt werden, wie zum Beispiel Brussels, Swiss oder AUA.

Die Piloten der Airline hatten den Streik am Montag angekündigt. Erstmals war in der laufenden Tarifauseinandersetzung im April 2014 gestreikt worden. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.

Piloten fordern mehr Gehalt

Im aktuellen Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat die Vereinigung Cockpit für die Piloten Gehaltsforderungen in fünf Stufen über jeweils ein Jahr erhoben. Im einzelnen waren das von Mai 2012 bis einschließlich April 2017 5,2 Prozent, 4,6 Prozent, 2,7 Prozent, 3,1 Prozent und 2,7 Prozent, addiert 18,3 Prozent. Die VC errechnet daraus eine durchschnittliche Forderung von 3,66 Prozent im Jahr. 

Dies berücksichtigt aber nicht, dass jede Tarifstufe im Zinseffekt bei allen folgenden Stufen zu zusätzlichen Erhöhungen führt. Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung der VC über den Fünfjahreszeitraum von 22 Prozent. Im Schnitt sind das 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Lufthansa hat über die längere Spanne von 6 Jahren und acht Monaten 2,5 Prozent angeboten, im Jahresschnitt also 0,38 Prozent.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun …
Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.