Insolvenzverfahren

Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden

+
Schlecker musste vor etwa fünf Jahren seine Filialen schließen.

Düsseldorf - Schlecker will seine Markenrechte verkaufen. Das Insolvenzverfahren der Drogeriekette läuft noch. Die Verhandlungen dürften noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen.

Fünf Jahre nach der Pleite der Drogeriekette sollen die Markenrechte von Schlecker verkauft werden. Es sei allerdings "schwer, einen Käufer zu finden", sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der "Wirtschaftswoche" vom Donnerstag. "Wir wollen die Marke auch nicht an Glücksritter verkaufen, die den Namen dann für fragwürdige Geschäfte missbrauchen."

Geiwitz geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren "noch vier bis fünf Jahre" dauert. Vor allem die Klagen gegen ehemalige Lieferanten wegen illegaler Preisabsprachen dürften mehrere Jahre in Anspruch nehmen. "Wir gehen gegen die Beteiligten aus fünf Kartellen gerichtlich vor, darunter sind Hersteller von Kaffee, Süßwaren, Drogerieartikeln und Waschmitteln", sagte Geiwitz.

Die Forderungen belaufen sich seinen Angaben zufolge auf rund 335 Millionen Euro ohne Zinsen. Im Erfolgsfall würden vor allem die früheren Verkäuferinnen profitieren. "Schadenersatzzahlungen kämen in erster Linie den rund 27.000 früheren Beschäftigten von Schlecker zugute", sagte Geiwitz.

Die Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Im Sommer desselben Jahres stimmten die Gläubiger für eine Zerschlagung des Unternehmens. Lieferanten bekamen ihr Geld fast komplett zurück, die Beschäftigten und hunderte Vermieter gingen leer aus. Anfang März beginnt in Stuttgart ein Prozess gegen den Firmengründer Anton Schlecker und seine Familie wegen möglicher Straftaten im Zusammenhang mit der Pleite.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun …
Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.