Hauptversammlung in Nürnberg

Marktforscher GfK vor Börsenausstieg

+
Hauptsitz des Marktforschungsunternehmens Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung) in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann

Zeitenwende bei der GfK: Der Marktforscher hat die Kleinanleger aus dem Spiel genommen - und damit den Weg für einen Ausstieg von der Börse frei gemacht. Von dem Schritt erhofft sich das angeschlagene Unternehmen einen Schub.

Nürnberg (dpa) - Das Marktforschungsinstitut GfK steht vor dem Rückzug von der Börse. Bei der Hauptversammlung in Nürnberg am Freitag sei der Ausschluss der Kleinaktionäre beschlossen worden, teilte ein Sprecher mit.

Das als "Squeeze Out" bekannte Verfahren ebnet nun den Weg, um die GfK von der Börse zu nehmen. Den Nürnberger Marktforschern macht die wachsende Konkurrenz von Billiganbietern zu schaffen. Der GfK-Verein, über den rund 600 Firmen, Kammern und Einzelpersonen beteiligt sind, sah sich deshalb im vergangenen Jahr gezwungen, Unterstützung ins Boot zu holen.

Der Finanzinvestor KKR ist mit dem Verein Hauptaktionär, gemeinsam hielten sie bisher rund 96,6 Prozent der Anteile. Für ein Verfahren zum "Squeeze Out" sind 95 Prozent erforderlich.

Bisher hielten die Kleinaktionäre nach Firmenangaben ungefähr drei Prozent an der GfK. Für den Verkauf ihrer Wertpapiere an den Hauptaktionär sollen sie eine angemessene Bar-Abfindung erhalten, die zuvor von einem unabhängigen, gerichtlich bestellten Prüfer bestätigt worden sei, sagte der Sprecher.

Von einem Börsenausstieg erhofft sich das Unternehmen durch die neue Eigentümerstruktur mehr Planungssicherheit für Entscheidungen. Dies erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit der GfK, hieß es. Zudem sollen die Pflichten einer Börsennotierung entfallen - etwa Vorbereitung und Abhalten einer aufwendigen und teuren Hauptversammlung. Der Rückzug von der Börse sei daher eine Chance, um das Unternehmen auf einen langfristigen Erfolgskurs zu führen.

Bei der Hauptversammlung kam auch die Frage auf, wie es um Nürnberg als zentralen GfK-Sitz stehe. Der Vorstand bekräftigte mehrmals, an dem Standort festhalten zu wollen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

Die Opec hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich im kommenden Halbjahr ändern, einige Länder dürfen nun wieder mehr …
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft

Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. …
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft

EU setzt Zölle auf US-Produkte in Kraft - Trump droht mit Rache, Dax rutscht ins Minus

Die EU hat Zölle auf einige US-Produkte in Kraft gesetzt. Dies veranlasst US-Präsident Trump zu einem Tweet, in der er Rache ankündigt.
EU setzt Zölle auf US-Produkte in Kraft - Trump droht mit Rache, Dax rutscht ins Minus

Griechenland-Rettung vor dem Abschluss

Noch eine letzte Nachtsitzung, dann war das Paket geschnürt: Der Euro-Rettungsschirm für Griechenland wird eingeklappt - verbunden mit großen Hoffnungen für das …
Griechenland-Rettung vor dem Abschluss

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.