Geduld gefragt

Mehr Transparenz bei Kosten für Konten erst im nächsten Jahr

+
Kontoauszug mit dem Wort "Dispositionskredit" rot markiert. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration

Was kostet das Girokonto? Wie teuer ist ein Dispokredit? Ein Vergleich ist nicht immer einfach. Das soll sich ändern - allerdings später als zunächst erwartet.

Frankfurt/Main (dpa) - Bankkunden, die auf mehr Durchblick im Gebühren-Dschungel hoffen, müssen sich gedulden. Voraussichtlich erst im kommenden Jahr werden Vorschriften in Kraft treten, die für mehr Transparenz bei Bankentgelten sorgen sollen.

Eigentlich waren sie in diesem Sommer erwartet worden. Doch bisher hat die Europäische Bankenaufsicht EBA die notwendigen Hinweise noch nicht erlassen - eine Art Muster für europaweit einheitliche Angaben. "Wir rechnen damit im kommenden Jahr", sagte Kay Görner, Marktwächter Finanzen von der Verbraucherzentrale Sachsen der Deutschen Presse-Agentur.

Da sich die Angebote der Institute teilweise stark unterscheiden, sollen bestimmte Begriffe europaweit vereinheitlicht werden. Verbrauchern soll so der Vergleich erleichtert werden. Vorgesehen ist zudem, dass die Kunden vorab eine Übersicht über alle Kontogebühren bekommen. Eine Jahresabrechnung soll helfen, die tatsächlich anfallenden Kosten im Blick zu behalten. Außerdem sollen EU-weite Vergleichsportale im Internet entstehen.

Verbraucherschützer erhoffen sich dadurch mehr Durchblick für Bankkunden. Aus ihrer Sicht hapert es daran noch teilweise. Sie kritisieren beispielsweise, dass nicht alle Kreditinstitute wesentliche Preise und Gebühren im Internet veröffentlichen.

"Bei Sparkassen und Volksbanken sind es nach unseren Erfahrungen tendenziell sogar weniger als früher, die ihr Preis- und Leistungsverzeichnis oder zumindest den Preisaushang online stellen", sagte Görner. Kunden müssten in der Filiale nachfragen, "wenn sie nicht die Katze im Sack kaufen wollen", bemängelte der Verbraucherschützer. Die Höhe der Dispozinsen müssen die Geldhäuser seit geraumer Zeit allerdings ins Netz stellen.

Im Preisaushang finden sich in der Regel die Zinsangaben für Dispokredite und geduldete Überziehungskredite sowie die Kosten für Bank- und Kreditkarten. Das Preis- und Leistungsverzeichnis ist umfangreicher und sollte alle Leistungen und ihre Preise enthalten.

Beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) heißt es: "Es gibt Banken, die den besten Weg darin sehen, ihre Kunden in der Filiale zu informieren." Man gehe davon, dass sich die Institute an die gesetzlichen Verpflichtungen hielten. Ähnlich argumentierte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband.

Bafin zu Zahlungskontengesetz

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone

Nach Jahren der Finanzkrise verzeichnet Europas Wirtschaft wieder Wachstum. Doch der Aufschwung steht aus Sicht vieler Experten auf wackeligen Füßen. Nun dringen …
Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone

Zalando erreicht Wachstumsziele 2017

Berlin (dpa) - Der Modehändler Zalando hat nach einem starken Weihnachtsgeschäft seine Wachstumsziele für das Gesamtjahr 2017 erreicht. Der Umsatz stieg im vergangenen …
Zalando erreicht Wachstumsziele 2017

Anleger sind nach Rücksetzer in den USA vorsichtig

Frankfurt/Main (dpa) - Ein Abverkauf von Aktien im späten Handel an der Wall Street hat die Anleger hierzulande am Mittwoch vorsichtig gestimmt. In Frankfurt verlor der …
Anleger sind nach Rücksetzer in den USA vorsichtig

Nestlé verkauft US-Süßwarengeschäft an Ferrero

Schon seit längerem plant der Schweizer Lebensmittelkonzern, sich von der Sparte zu trennen. Über den Käufer ist auch schon spekuliert worden. Jetzt ist der …
Nestlé verkauft US-Süßwarengeschäft an Ferrero

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.