Nachfrage bleibt groß

Bauboom in Deutschland geht ungebrochen weiter

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Blick auf eine Baustelle in Berlin. Der Bau-Boom hält an. Foto: Patrick Pleul

Im vergangenen Jahr wurden hierzulande so viele Wohnungen errichtet wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Aber das reicht nicht, um den Bedarf zu decken - auch, weil es einen Stau am Bau gibt.

Wiesbaden (dpa) - Der Boom im deutschen Wohnungsbau hält angesichts der starken Nachfrage an. Im vergangenen Jahr wurden 277 700 Wohnungen fertig gestellt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 12,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine höhere Zahl hatte es zuletzt 2004 mit 278 000 errichteten Wohnungen gegeben. "Die im Jahr 2011 begonnene positive Entwicklung setzte sich fort", so die Behörde.

Die Baubranche profitiert schon seit längerem von den niedrigen Zinsen, die Kredite für Wohnungen und Häuser günstig machen und Investoren aus Mangel an Anlagealternativen in Immobilien treiben. Das ließ Kaufpreise und Mieten vielerorts zuletzt immer höher steigen. Hinzu kommt die Zuwanderung nach Deutschland, die gerade in den Ballungszentren für einen zusätzlichen Bedarf an Wohnungen sorgt.

Der Anstieg der Fertigstellungen war so am höchsten bei Wohnheimen (plus 59,3 Prozent), zu denen Flüchtlingsunterkünfte zählen. Stark wuchs auch die Zahl der fertigen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 9,6 Prozent.) Bei Einfamilienhäusern (plus 3,7 Prozent) und Zweifamilienhäusern (plus 2,5 Prozent) waren die Zuwächse geringer.

Trotz Bauboom bleibt die Zahl der errichten Wohnungen mit knapp 278 000 hinter der Nachfrage zurück. Laut Bundesbauministerium, der Bauwirtschaft und des Mieterbunds müssten pro Jahr 350 000 bis 400 000 neue Wohnungen entstehen. Ein Grund für das Hinterherhinken ist, dass Wohnungen seit Jahren schneller genehmigt als errichtet wurden. So war das Plus bei den Erlaubnissen 2016 mit knapp 20 Prozent auf über 374 000 Wohnungen erneut größer als jenes der Fertigstellungen.

Das führte laut Statistischem Bundesamt zu einem Überhang von gut 605 000 genehmigten, aber nicht fertig gestellten Wohnungen. Ursache sei der Mangel an Bauland, hohe Auflagen beim Bau und bürokratische Hemmnisse, kritisierte der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Vom Neubaubedarf bleibe man auch künftig "meilenweit entfernt". Zuversichtlicher zeigte sich Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). "Wir sind beim Wohnungsbau auf dem richtigen Weg, müssen aber noch weitergehen."

Mitteilung Statistisches Bundesamt

Mitteilung Statistisches Bundesamt zu Baugenemigungen (16.3.)

Mitteilung Deutscher Mieterbund

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