Zuletzt nur 15.000 Stück verkauft

Fulminanter Flop: Mercedes stampft wuchtiges Modell wieder ein - nach nur gut zwei Jahren

SUVs sind derzeit Verkaufsschlager. Aber nicht alle wuchtigen Modelle gehen gut - Mercedes nimmt nun ein ziemlich junges Modell wieder vom Markt.

Stuttgart - Der Autobauer Daimler stellt die Produktion seiner erst 2017 auf den Markt gebrachten X-Klasse wieder ein. Man habe entschieden, das Pickup-Modell ab Ende Mai nicht mehr zu bauen, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet.

Mercedes X-Klasse nach nur gut zwei Jahren schon wieder Geschichte

Die X-Klasse wird derzeit noch in Spanien produziert, als Teil der Kooperation mit Renault-Nissan im Werk in Barcelona, in dem auch der Nissan-Pickup Navara gebaut wird. Der japanische Hersteller produziert derweil anderweitig Schlagzeilen: Von Ex-Chef Carlos Ghosn wird die Zahlung einer zweistelligen Millionensumme gefordert. Am zweiten ursprünglich geplanten Standort in Argentinien hatte Daimler die Produktion der Mercedes X-Klasse gar nicht erst begonnen. 

Im Sommer 2017 hatte Mercedes die X-Klasse vorgestellt.

Grundlage dafür sei vor allem gewesen, dass die Preiserwartungen der Kunden in Lateinamerika nicht wirtschaftlich darstellbar seien, hieß es. Die X-Klasse war der erste Pick-Up in der Geschichte der Marke.

Mercedes X-Klasse: „Schade, dass Daimler hier viel Geld verbrannt hat“

Van-Chef Marcus Breitschwerdt hatte im vergangenen Jahr auch schon eingeräumt, dass die X-Klasse, obwohl schon als Nischenmodell gedacht, die Erwartungen nicht erfüllt habe. Im gesamten Jahr 2019 wurden rund 15.300 Stück verkauft. Daimlers Van-Sparte kämpft derzeit mit hohen Verlusten. Der Konzern hatte deshalb schon angekündigt, sich das Portfolio genau anzusehen.

Jens Hilgenberg, verkehrspolitischer Leiter des BUND und Vorstand in der Vereinigung Kritische Aktionäre begrüßte den Schritt - und kritisierte rückblickend die Einführung des Modells. „Schade dass Daimler hier viel Geld verbrannt hat, das gut in innovative Fahrzeugkonzepte hätte investiert werden können“, twitterte er - und fügte hinzu: „Aber gut, dass jetzt die Reißleine gezogen wird!“

In Deutschland wird unterdessen weiter über ein Tempolimit auf den Autobahnen debattiert. Die Grünen bringen eine Ausnahmeregelung ins Gespräch, während die CSU zehntausende Unterschriften gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen sammelt. In den vergangenen Monaten bangten viele Beschäftigte der Automobil-Industrie um ihre Jobs.

dpa/fn

Wegen erhöhter Brandgefahr einiger Mercedes-Modelle mit Dieselmotor hat das Unternehmen einen Rückruf gestartet. Es kann zu Kurzschlüssen kommen.

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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