Nach Apple, Google und Amazon

Abhörskandal bei Skype: Auch Microsoft bespitzelt seine Nutzer

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Neben Apple und Amazon hört auch Skype seine Nutzer ab.

Ein Medienbericht deckt auf, dass Microsoft Aufnahmen von Skype-Gesprächen abhört. Gefährdet ist jeder, der eine bestimmte Funktion nutzt.

Skype ist ein Online-Video-Telefonie-Tool, das schätzungsweise eineinhalb Milliarden Menschen weltweit nutzen. Kein Wunder also, dass die Versuchung groß ist, Informationen aus den privaten Telefonaten abzugreifen. Wie sich jetzt herausgestellt hat, hat Microsoft, der Besitzer der Kommunikations-Software, genau das gemacht - und reiht sich damit in die illustre Reihe um Apple, Google und Amazon ein. Sie alle hören ihre User ab.

Microsoft: Es ging um Beziehungsprobleme oder Gewichtverlust

Das US-Magazin „Motherboard“ berichtete, dass Mitarbeiter von Microsoft Aufzeichnungen von Gesprächen gelegentlich abhören, wenn die Übersetzungsfunktion genutzt wurde. Seit 2015 bietet Skype diese Funktion an, die inzwischen für acht verschiedene Sprachen verfügbar ist. In den von einem Dienstleister weitergegebenen Mitschnitten der Nutzer ging es zum Beispiel um Beziehungsprobleme oder Gewichtsverlust. Allerdings werde die Identität der Nutzer weggelassen.

Heikle Passagen in den Nutzungsbedingungen von Skype

In den Skype-Nutzungsbedingungen wurde bisher nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Aufnahmen der Übersetzungsfunktion abgehört werden könnten. Allerdings: Es existieren Formulierungen, die dies andeuten. Es werden „automatische Abschriften analysiert“ und eventuelle Korrekturen in das System eingetragen, heißt es in den Nutzungsbedingungen.

Facebook hat selbst zugegeben, Sprachnachrichten von seinen Mitarbeitern abhören und abtippen zu lassen.

bah

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