Cloud-Geschäft als Treiber

Microsoft übertrifft mit Quartalszahlen Analystenprognosen

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Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Microsoft mehrere tausend Jobs im Vertrieb streicht, weil die Organisation stärker auf das Cloud-Geschäft ausgerichtet wird. Foto: Matthias Balk

Noch vor wenigen Jahren schien Microsoft zu sehr vom Geschäft mit seinem Windows-System abzuhängen, das mit dem PC-Markt unter Druck geriet. Inzwischen hat sich aber das Cloud-Geschäft zu einem zukunftsträchtigen Wachstumstreiber entwickelt.

Redmond (dpa) - Microsoft hat mit seinen Zahlen im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar, der Gewinn wurde mit 6,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.

Die Aktie legte am Donnerstag nachbörslich zeitweise um rund drei Prozent zu, drehte dann aber leicht ins Minus.

Der zentrale Wachstumstreiber blieb das Cloud-Geschäft mit Diensten wie Software und Speicher aus dem Netz. Der Umsatz des Bereichs wuchs um elf Prozent auf 7,43 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis nahm um rund 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. Bei der Cloud-Plattform Azure seien die Erlöse mit einem Plus von 97 Prozent fast verdoppelt worden, hieß es. Microsoft nennt aber nach wie vor keine absoluten Zahlen dafür.

Der Umsatz in der Computer-Sparte sank dagegen in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 1,5 Prozent auf 8,82 Milliarden Dollar. Den Ausschlag dafür gab vor allem der weitgehende Ausstieg aus dem Smartphone-Geschäft, durch den Erlöse von 361 Millionen Dollar wegfielen.

Die Umsätze mit Tablets der Microsoft-Marke Surface sanken um zwei Prozent bzw. 20 Millionen Dollar, weil weniger Geräte abgesetzt wurden. Der Rückgang sei aber zum Teil durch den Verkauf teurerer Modelle abgefedert worden, hieß es.

Bei den Windows-Erlösen gab es ein Plus von zwei Prozent bzw. 103 Millionen Dollar. Der Umsatz mit Geräten der Xbox-Spielekonsole fiel wegen gesunkener Stückzahlen und Preissenkungen um 29 Prozent. Höhere Erlöse mit Software und Diensten fingen das etwas auf.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Microsoft mehrere tausend Jobs im Vertrieb streicht, weil die Organisation stärker auf das Cloud-Geschäft ausgerichtet wird. Konkrete Mitarbeiterzahlen dürfte es demnächst in dem ausführlichen Bericht für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr geben.

Ein weiterer Faktor für das Umsatzwachstum im Jahresvergleich war die Ende 2016 vollzogene Integration des für 26 Milliarden Dollar übernommenen Karriere-Netzwerks LinkedIn. Der Zukauf erzielte einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar. Zugleich verbuchte das Business-Netzwerk, bei dem Nutzer nach neuen Jobs suchen und berufliche Informationen austauschen können, Betriebskosten von einer Milliarde Dollar. Im Zusammenhang mit der Übernahme verbuchte Microsoft noch einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar.

Microsoft zum Geschäft im vergagenen Quartal

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