DIHK hebt Wachstumsprognose an

Mittelstand trotz Trump und Brexit optimistisch

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Mehr Wachstum vorausgesagt: Der DIHK ist damit etwas optimistischer als die Bundesregierung. Foto: Daniel Bockwoldt

In den Köpfen etlicher Firmenchefs spukt zwar die Sorge vor Handelskonflikten mit den USA - in den Auftragsbüchern aber ist derzeit alles paletti. Kommt das dicke Ende noch?

Berlin (dpa) - Drohende Handelsbeschränkungen der USA und der geplante EU-Austritt Großbritanniens jagen dem deutschen Mittelstand noch keine Angst ein. 

Kleine und mittelgroße Firmen, die das Rückgrat von Europas größter Volkswirtschaft bilden, machen derzeit so gute Geschäfte wie nie und glauben an eine Fortsetzung des Aufschwungs.

"Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen ist auf Rekordniveau", heißt es zu den Ergebnissen einer am Mittwoch vorgestellten Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin. Dafür wurden rund 27 000 Firmen befragt.

Weil der Welthandel anzieht, rechnet vor allem die Exportindustrie nach einer Schwächephase wieder mit besseren Geschäften im Ausland. "Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Wachsende wirtschaftspolitische Befürchtungen schlagen bisher kaum auf die Geschäfte durch", meinte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

So hob der Spitzenverband des Mittelstandes seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2017 von 1,2 auf 1,6 Prozent an. Im Vorjahr hatte die deutsche Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent zugelegt.

Erstaunt sind die DIHK-Konjunkturexperten darüber, dass die Rekordbeschäftigung in Deutschland anhält. So soll im laufenden Jahr die Zahl der Erwerbstätigen um weitere 350 000 zunehmen. "Der Beschäftigungsaufbau geht bereits in sein zwölftes Jahr. Das ist absolut sensationell", meinte Wansleben.

Weil viele Bürger sichere Jobs mit steigenden Löhnen und Gehältern haben, geben sie mehr Geld aus. Neben dem Konsum ist die Bauwirtschaft eine wichtige Stütze des Aufschwungs. So gibt es einen Schub beim auch vom Staat mit Milliarden geförderten Wohnungsbau, weil Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf brauchen und zugleich mehr Deutsche in die Ballungsgebiete drängen.

Die Drohgebärden von US-Präsident Donald Trump, der die amerikanische Wirtschaft abschotten und etwa deutsche Autobauer möglicherweise mit Strafzöllen belegen will, lassen den Mittelstand indes nicht völlig kalt. Gut jeder fünfte Industriebetrieb sorgt sich trotz der guten Geschäfte über die künftige Politik in Washington. Geschlossene Grenzen "kennen nur Verlierer", sagte Wansleben.

Ein heftiger Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten sei aber unwahrscheinlich - daran dürfte auch Washington kein Interesse haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hätten bislang besonnen auf die Provokationen der Trump-Regierung reagiert: "Das ist unaufgeregt, das ist besonnen. So muss es sein."

Der Chef des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, hatte am Dienstag große Sorgen angesichts des "machtbesessenen" Unternehmers Trump geäußert. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte vor einem Konflikt zwischen der Europäischen Union und den USA. "Wenn die Politik Handelsbarrieren errichtet oder einen Abwertungswettlauf anzettelt, gibt es am Ende nur Verlierer", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch).

Beunruhigt sind die Firmen auch mit Blick auf die Unsicherheiten in Europa. So bekam der Handel mit dem Vereinigten Königreich durch den angekündigten Brexit laut DIHK bereits einen "deutlichen Dämpfer". Im zweiten Halbjahr 2016 ging das Geschäft um sieben Prozent zurück.

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