Autobranche

Mitten in Diesel-Krise: Merkel eröffnet Automesse IAA

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Fahnen vor dem Messegelände der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. 

Die Diesel-Krise ist zum Wahlkampfthema geworden, die Autoindustrie steht unter Druck. Auch Bundeskanzlerin Merkel hatte die Autobosse kritisiert. Heute trifft sie wichtige Manager in Frankfurt.

Frankfurt/Main - Zehn Tage vor der Bundestagswahl und mitten in der Diesel-Krise kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel heute bei der Branchenmesse IAA mit wichtigen Automanagern zusammen.

Die CDU-Chefin wird am Vormittag die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zunächst offiziell eröffnen. Anschließend ist um 11 Uhr ein rund zweistündiger Rundgang über die Messe geplant. Merkel wird die Stände aller großen deutschen Autohersteller besuchen.

Im Wahlkampf hatte Merkel die Autoindustrie angesichts des Abgas-Skandals kritisiert. Es habe "unverzeihliche Fehler" gegeben. "Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt", hatte sie etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dortmund gesagt. Dieses müssten die Unternehmensführungen nun wieder herstellen. Bei der Bewältigung der Diesel-Affäre gehe es um mehr als die 800.000 Arbeitsplätze in der Branche.

Zugleich hatte Merkel vor radikalen Brüchen auf dem Weg zu abgasärmeren Auto-Antrieben gewarnt. "Wir arbeiten nicht mit Verboten, sondern wir wollen solche Übergänge vernünftig ermöglichen im Blick auf die Beschäftigten und im Blick auf den technologischen Wandel", hatte sie im Bundestag gesagt. Verbrennungsmotoren würden noch "auf Jahre und Jahrzehnte" gebraucht.

Die Opposition dagegen hatte der Kanzlerin zu große Nachgiebigkeit gegenüber der Autoindustrie vorgeworfen. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte die Automanager im Wahlkampf teils scharf attackiert. Das Problem sei, dass "millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler, die Zukunft verpennt haben", kritisierte er.

Das Image des Diesels ist angesichts des Abgas-Skandals beschädigt. Der Diesel-Marktanteil bei Neuzulassungen sinkt seit Monaten. Wegen schmutziger Diesel drohen Fahrverbote in Städten - die Bundesregierung und die Autoindustrie wollen dies unbedingt verhindern. Bei einem Dieselgipfel Anfang August hatte die Autoindustrie zugesagt, Fahrzeuge mit Software-Updates umweltfreundlicher zu machen. Zudem gibt es Umtauschprämien, um alte Diesel zu ersetzen.

Ob dies ausreicht, um Fahrverbote zu verhindern, ist indes umstritten. Merkel hatte gesagt, die Nachrüstung der Autosoftware sei "das Mindeste". Im Herbst soll es einen weiteren Diesel-Gipfel mit der Wirtschaft geben.

Zu Beginn der IAA hatten die deutschen Autohersteller eine Offensive bei Elektrofahrzeugen angekündigt. Die Nachfrage nach E-Autos bleibt aber schwach. Weitere Schwerpunkte der Branchenmesse sind die Digitalisierung mit immer mehr Internet im Auto, der Ausbau von Mobilitätsdienstleistungen sowie autonome Fahrzeuge.

dpa

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