Wertverlust ruinös

Modehandel sitzt auf Bergen unverkaufter Artikel

Der Einkauf von Hosen, T-Shirts und Kleidern bleibt in der Corona-Krise weitgehend aus. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
+
Der Einkauf von Hosen, T-Shirts und Kleidern bleibt in der Corona-Krise weitgehend aus. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Köln (dpa) - Durch die Schließung Zehntausender Boutiquen, Schuhgeschäfte sowie Mode- und Warenhäuser stapeln sich im stationären Handel immer größere Berge unverkaufter Ware.

"Sollte die Schließung über den April hinaus fortbestehen, rechnen wir nicht nur mit Tausenden Insolvenzen in Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche, sondern auch mit über einer Milliarde unverkaufter Artikel", warnte am Freitag der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Textil, Rolf Pangels.

Nach Berechnungen der Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) werden an normalen Verkaufstagen in Deutschland im Durchschnitt täglich mehr als 10 Millionen Hosen, Shirts, Schuhe und Taschen verkauft, die nun nicht über die Ladentheke gehen. "Ende März dürfte die Summe der unverkauften, aber vom Handel bereits bezahlten Teile die 100-Millionen-Grenze überschritten haben", schätzt Pangels.

Verschärft werde das Problem, weil die Geschäfte in den nächsten Wochen vertragsgemäß weiterhin neue Ware geliefert bekämen - trotz geschlossener Läden. "Je länger die Schließung dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass die Ware noch verkauft werden kann", warnte Pangels. Denn durch den modischen Wechsel ließen sich Hosen oder Schuhe aus der Frühjahrskollektion im Sommer kaum noch verkaufen. Allein der Wertverlust der Ware sei für viele Händler ruinös. Die Händler bräuchten deshalb neben schnellen Krediten auch finanzielle Soforthilfen: "Der Staat könnte zum Beispiel die Kosten für die bereits bezahlte Ware über einen Hilfsfonds übernehmen", schlug Pangels vor.

Mitteilung

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Drastischer Umsatz-Einbruch bei Apple? Trump-Entscheidung könnte US-Konzern Milliarden Dollar kosten

Apple droht angesichts einer Entscheidung von US-Präsident Donald Trump ein drastischer Absatz-Einbruch beim iPhone. Das schreibt der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo in …
Drastischer Umsatz-Einbruch bei Apple? Trump-Entscheidung könnte US-Konzern Milliarden Dollar kosten

Rekordtief! Nächste Lira-Krise im Anmarsch - Erdogan wischt Sorgen der Türken einfach weg

Die türkische Lira rauscht derzeit hinab in ein tiefes Tal. Präsident Recep Tayyip Erdogan scheint sich aber keinerlei Sorgen um diese Entwicklung zu machen. Ganz im …
Rekordtief! Nächste Lira-Krise im Anmarsch - Erdogan wischt Sorgen der Türken einfach weg

Dem britischen Arbeitsmarkt droht ein schwarzes Jahresende

Mit dem Auslaufen der staatlichen Unterstützung könnten viele Menschen im Vereinigten Königreich ihren Job verlieren. Britische Wirtschaftsexperten warnen vor einem …
Dem britischen Arbeitsmarkt droht ein schwarzes Jahresende

Corona könnte New York für immer verändern

Hausbesitzer locken mit mietfreien Monaten, Bürotürme und frühere Touristenmagneten sind verwaist. Hunderttausende haben das sonst so pulsierende New York wegen der …
Corona könnte New York für immer verändern

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.