Fabrik in Brandenburg

Tesla-Gegner wehren sich gegen rechte Instrumentalisierung

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In einem riesigen Waldgebiet östlich von Berlin will Tesla eine Fabrik bauen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Zu dem in Grünheide geplanten Tesla-Autowerk gibt es viele Fragen von Anwohnern. Die Politik und das Unternehmen wollen Bedenken ausräumen. Gegner haben Angst vor einer Instrumentalisierung durch rechte Kräfte.

Grünheide (dpa) - Gegen das geplante Werk des Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin gibt es vorerst keine weiteren Demonstrationen mehr.

Damit soll Vertretern mit rechter Gesinnung keine Plattform mehr geboten werden, sagte Steffen Schorcht von der Bürgerinitative gegen das Milliardenprojekt auf Anfrage. "Es besteht jetzt der Vorwurf, dass wir der AfD nahestehen", sagte er. "Es gab und gibt hier jetzt massiven Druck auf Mitstreiter und auf Redner." Zuvor hatte die "B.Z." berichtet, dass die Initiative sich nicht instrumentalisieren lassen wolle, aber weiter gegen die Fabrik sei.

Schorcht sagte, unter die Teilnehmer von Veranstaltungen der vergangenen zwei Wochen hätten sich offenbar Teilnehmer aus der rechten Szene gemischt. Entsprechende Vermutungen seien nun durch Videoaufnahmen bestätigt. Derzeit konzentriere sich die Bürgerinitiative auf das Verfahren zur Umweltverträglichkeit. "Da haben wir genug zu tun", sagte Schorcht. Sicherlich würden noch andere Aktionen geplant.

Unter dem Motto "Gestalten statt verhindern" waren am Samstag rund 300 Bürger auf die Straße gegangen, sagte Martin Hildebrandt, einer der Organisatoren der Befürworter-Demo, auf Anfrage.

Auf dem 300 Hektar großen Gelände will Tesla von Sommer 2021 an jährlich zunächst 150.000 Elektroautos der Typen Model 3 und Y bauen, dann bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr. Für das Grundstück soll das Unternehmen 41 Millionen Euro zahlen.

Die Ansiedlung des US-amerikanischen Elektroautobauers wird beim Land Brandenburg und der Kommune als große Chance gesehen, Anwohner und Naturschützer melden aber auch Bedenken an. Tesla-Chef Elon Musk meldete sich deswegen am Samstag auf Twitter persönlich zu Wort: "Es klingt danach, dass wir einige Dinge klarstellen müssen."

Besorgte Bürger beschäftigt unter anderem die Ver- und Entsorgung des Werks mit Wasser, außerdem befürchten sie eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung. In den Antragsunterlagen laut Bundesimmissionsschutzgesetz hatte das Unternehmen angegeben, dass pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigt werden. Allerdings werde Tesla nicht an jedem Tag so viel Wasser verbrauchen, schrieb Musk nun. "Das ist möglicherweise ein seltener Fall einer Spitzennutzung, aber nichts, was jeden Tag vorkommt."

Auch zu der kritisierten angekündigten Rodung von Wald äußerte sich der Firmenchef. Auf dem 300 Hektar großen Gelände gebe es keinen natürlichen Wald. Nur ein kleiner Teil werde für die Fabrik verwendet.

Am Freitagabend hatte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Grünheide gesagt, dass Ausgleichsflächen für die Neuanpflanzung von Wald landesweit gefunden werden.

Vergangene Woche hatten sich Vertreter von Tesla und des Brandenburger Bundes für Natur und Umwelt (Bund) getroffen. Dabei habe das Unternehmen angekündigt, die Menge auf 238 Kubikmeter zu senken, sagte Bund-Geschäftsführer Axel Kruschat auf Anfrage. Es gebe Ideen zum effektiveren Einsatz des Wassers. Derzeit werde ein hydrologisches Gutachten erarbeitet.

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