Schritt gegen Geldfälscher

Neuer 50-Euro-Schein ist im Umlauf

+
Nach und nach werden 5,4 Milliarden Stück der neuen 50-Euro-Banknote in Umlauf gebracht. Foto: Boris Roessler

Viele Verbraucher im Euroraum zahlen nach wie vor mit Bargeld. Mit überarbeiteten Banknoten soll Geldfälschern das Handwerk erschwert werden. Nach Fünfer, Zehner und Zwanziger ist nun der neue Fünfziger in Umlauf gekommen.

Frankfurt/Main (dpa) - Im Kampf gegen Geldfälscher haben Europas Währungshüter nachgelegt: Seit Dienstag bringen die Notenbanken den neuen 50-Euro-Schein in Umlauf. Dieser soll fälschungssicherer sein als sein Vorgänger.

Nach Bundesbank-Zahlen entfielen auf ihn im vergangenen Jahr sechs von zehn Blüten (61 Prozent). Vor allem ein Porträtfenster soll Kriminelle vor Probleme stellen: Dieses wird durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann wird in ihm ein Bildnis der griechischen Mythengestalt Europa sichtbar, die Namensgeberin der zweiten Euro-Banknotenserie seit Einführung der gemeinsamen Währung ist. Der ebenfalls zur "Europa-Serie" gehörende neue Zwanziger, der im Herbst 2015 eingeführt wurde, hat dieses Sicherheitsmerkmal auch.

Ansonsten ändert sich am Aussehen des Fünfzigers wenig. Farblich bleibt er orange-braun, die Motive sind die gleichen. 5,4 Milliarden Stück des neuen Scheins wollen Europas Notenbanken im ersten Schritt über Geldautomaten, Bankschalter und Ladenkassen in Umlauf bringen.

"Selbst im digitalen Zeitalter ist Bargeld nach wie vor unerlässlich für unsere Wirtschaft", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Er verwies auf erste Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Notenbank. Danach erfolgen mehr als drei Viertel aller Zahlungen in Geschäften, Restaurants, Bars oder an Marktständen im Euroraum in bar. Gemessen am Transaktionswert machten Barzahlungen etwas mehr als die Hälfte aus. Die vollständigen Umfrageergebnisse sollen im Sommer veröffentlicht werden.

Wer am Dienstag beim Geldabheben oder im Wechselgeld an der Kasse im Supermarkt sofort neue Fünfziger erwartet, könnte allerdings enttäuscht werden. Die Einführung erfolgt schrittweise, die alten Scheine werden nach und nach von den Notenbanken aus dem Verkehr gezogen. "Die 50-Euro-Banknoten der ersten Serie bleiben aber weiter gültig und können bei der Bundesbank oder anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems ohne zeitliche Begrenzung zum Nominalwert umgetauscht werden", sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele.

Neben dem Porträtfenster gibt es weitere verbesserte Sicherheitsmerkmale: Der aufgedruckte Wert "50" auf der linken unteren Seite ändert beim Kippen des Scheins je nach Blickwinkel die Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Die 50-Euro-Banknote werde auf den heutigen Stand der Technik gebracht, erklärte Thiele: "Die derzeit umlaufende 50-Euro-Banknote wurde vor über 20 Jahren entwickelt." Der Fünfziger ist gemessen an der Stückzahl der wichtigste Euro-Geldschein (46 Prozent der Noten).

Der aufgefrischte Fünfziger ist der vierte Neuzugang der "Europa-Serie": Fünfer (2013), Zehner (2014) und Zwanziger (2015) wurden schon mit neuen Sicherheitsmerkmalen eingeführt. Bis Ende 2018 sollen 100- und 200-Euro-Scheine neu aufgelegt werden. 500-Euro-Scheine sollen dann nicht mehr ausgegeben werden.

Banken und Handel hatten bereits in den vergangenen Monaten Gelegenheit, Geräte und Personal auf die neuen Fünfziger vorzubereiten. Probleme wie bei der Einführung des neuen Fünfers vor knapp vier Jahren sollte es nach Einschätzungen der Bundesbank daher nicht geben. Im Mai 2013 konnte man anfangs an manchen Automaten Tickets nicht mit dem neuen Fünf-Euro-Schein zahlen, weil die Software der Geräte nicht rechtzeitig umgestellt worden war.

EZB zur Einführung des neuen 50-Euro-Scheins 16.6.2016

Informationen zu neuen Euro-Scheinen

Interaktive Darstellung Sicherheitsmerkmale der neuen Euro-Scheine

Bundesbank zu Falschgeld

Bundesbank zu Euro-Banknoten

Polizei zum Schutz vor Falschgeld

BKA Bundeslagebild Falschgeldkriminalität 2015

Bundesbank zu Falschgeld 2015

EZB zur Vorstellung des neuen 50-Euro-Scheins 5.7.2016

EZB-Mitteilung Falschgeld 2016

Bundesbank-Mitteilung Falschgeld 2016

Bundesbank zur Einführung des neuen 50-Euro-Schein 3.4.2017

Bundesbank zur Einführung des neuen 50-Euro-Scheins 04.04.2017

EZB zur Einführung des neuen 50-Euro-Scheins 4.4.2017

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig

Diesel-Fahrverbote in Städten - für viele Autobesitzer und Unternehmen wäre das ein riesiges Problem. Eine Umweltbehörde hat nachgerechnet, ob Politik und Autobranche …
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig

1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung ihrer Goldreserven aus dem Ausland gut drei Jahre früher abgeschlossen als geplant.
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren

Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe

Rosneft gehört mehrheitlich dem russischen Staat. Zuletzt sorgte die Nachricht für Diskussionen, dass Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für einen …
Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe

Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen

Erstmals haben die Gläubiger der Air Berlin über das weitere Insolvenzverfahren beraten. Vor einer schnellen Zerschlagung des Unternehmens sind sie einstweilen …
Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.