Albert Christmann wird Spitzen-Manager

Erstmals kein Oetker an der Spitze von Dr. Oetker

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Albert Christmann, der neue Manager von Dr. Oetker.

Bielefeld - Zum ersten Mal in der Firmengeschichte von Dr. Oetker nimmt kein Familienmitglied den Spitzen-Manager-Posten ein. Und beworben hat sich der neue Chef auch nicht.

„Beworben habe ich mich nicht“, sagte Albert Christmann im Juni zur Nachfolgefrage bei Dr. Oetker. Diesen Satz sagte er mit großem Selbstbewusstsein auf Fragen von Journalisten zum Nachfolgestreit. Kurz zuvor hatte er eloquent und selbstsicher die Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns geleitet. Auf dem Weg zu der Veranstaltung war Richard Oetker vor seinem Wohnhaus gestürzt, sein Stuhl blieb leer. Christmann musste ohne lange Vorbereitung einspringen. Künftig soll er als erster Manager, der nicht aus der Familie kommt, das Unternehmen führen.

Für den Spitzen-Managerposten im Familienunternehmen Dr. Oetker schreibt niemand Bewerbungen mit Lebenslauf. Wer infrage kommt, wird gefragt. Christmann galt seit Jahren als Kandidat für die Nachfolge von Richard Oetker.

August Oetker, bis 2010 an der Spitze bei Oetker und heute Chef des Beirates, hält viel von Christmann. Er gilt als Eigengewächs und ist seit 1991 im Konzern. Der verheiratete Vater von zwei Kindern hat seinen Doktor-Titel als Wirtschafts-Ingenieur gemacht. Bis 2013 war er Chef der Radeberger Gruppe, dann wechselte er als Finanzchef nach Bielefeld.

Für Schlagzeilen hatte zu seiner Zeit als Chef der Radeberger Gruppe eine dreistellige Millionen-Strafe der Kartellbehörden für Dr. Oetker nach Preisabsprachen unter Deutschlands Brauern gesorgt. Christmann beteuert bis heute seine Unschuld und hat Einspruch gegen die Strafe eingelegt. Ein Verfahren am Oberlandesgericht in Düsseldorf ist anhängig.

dpa

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