"Uns droht ein Handelskrieg"

Ökonomen: Trump-Politik bedroht Arbeitsplätze in Deutschland

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DIW-Präsident Marcel Fratzscher: "Macht Donald Trump Ernst, hat das negative Effekte für den globalen Wohlstand." Foto: Christoph Schmidt/Archiv

Berlin (dpa) - Der scharfe Anti-Globalisierungs-Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump bedroht den Wohlstand auch in Deutschland. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage unter führenden Ökonomen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Uns droht ein Handels- und Wirtschaftskrieg mit Amerika: Das muss man so hart feststellen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Zeitung. "Macht Donald Trump Ernst, hat das negative Effekte für den globalen Wohlstand."

Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, spricht in der Zeitung von einem "Horrorszenario für Deutschland": "Alles in allem sind 1,6 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die Wirtschaftsbeziehungen zu Amerika auf Null herunter gefahren werden." Demnach stehen eine Million Arbeitsplätze in der deutschen Exportindustrie auf dem Spiel, dazu kommen 600.000 Jobs von amerikanischen Firmen in Deutschland, erklärt Fuest: "Im Falle einer Eskalation mit Gegenmaßnahmen Europas wären auch die gefährdet." Als führende Exportnation sei Deutschland von Restriktionen des Welthandels stärker betroffen als die meisten anderen Länder.

Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, fühlt sich gar an die Zwischenkriegszeit erinnert, als Handelskonflikte die Weltwirtschaft abstürzen ließen - mit fatalen politischen Folgen. "Aus dieser bitteren Erfahrung haben alle ihre Lektionen gelernt - bis auf Donald Trump", warnt Snower. "Wir leben in einer Zeit, in der die liberale Weltordnung in Frage gestellt wird."

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