Preise steigen um 1,9 Prozent

Ölpreis treibt Inflation auf höchsten Stand seit Juli 2013

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Vor allem Heizöl und Sprit waren deutlich teurer als im Vorjahr. Foto: Franziska Kraufmann

Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Das Leben in Deutschland wird wieder teurer. Erstmals seit Jahren kratzt die Inflation an der psychologisch wichtigen Zwei-Prozent-Marke. Das ist aber nur eine Momentaufnahme.

Wiesbaden (dpa) - Anziehende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland weiter angeheizt und die Teuerung zu Jahresbeginn 2017 auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Dies teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mit. Einen solchen Wert hatten die Wiesbadener Statistiker zuletzt für Juli 2013 errechnet.

Damit zog die jährliche Teuerung im zweiten Monat in Folge deutlich an, schon im Dezember hatte die Rate mit 1,7 Prozent einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht. Preistreiber waren erneut anziehende Preise für Heizöl, Kraftstoffe und Mieten.

Energie war im Januar um 5,8 Prozent teurer als vor Jahresfrist, als Sprit und Heizöl zeitweise extrem günstig waren. Damit verteuerte sich Haushaltsenergie so deutlich wie seit August 2012 nicht mehr. Im Jahresverlauf 2016 hatte die Preisentwicklung bei Energie die Gesamtteuerung gedämpft. Im Dezember kehrte sich der Trend um, zum Jahresende war Energie 2,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Steigende Energiepreise können den Konsum bremsen. Denn wenn Verbraucher mehr Geld fürs Tanken und Heizen ausgeben müssen, bleibt weniger Spielraum für andere Anschaffungen. Der Konsum war zuletzt die wichtigste Stütze für das deutsche Wirtschaftswachstum.

Volkswirte gehen jedoch davon aus, dass der Trend zu höheren Inflationsraten infolge steigender Ölpreise in den kommenden Monaten wieder nachlassen wird. Einen rasanten Anstieg der Verbraucherpreise erwarten Ökonomen für das Gesamtjahr nicht. Die Bundesbank etwa rechnet mit einer moderaten Teuerungsrate von 1,4 Prozent - nach 0,5 Prozent 2016.

Im Januar mussten Verbraucher - teils saisonbedingt - auch für Nahrungsmittel (plus 3,2 Prozent) und Dienstleistungen (plus 1,2 Prozent) tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. Zu letzteren zählen auch Wohnungsmieten, die etwa zwanzig Prozent der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen. Das Mietniveau lag um 1,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Von Dezember 2016 auf Januar 2017 sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent.

Die nach europäischen Standards errechnete Inflationsrate (HVPI) für Deutschland lag im Januar um 1,9 Prozent über Vorjahresniveau. Binnen Monatsfrist sank sie um 0,8 Prozent. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen.

Statistisches Bundesamt zu Inflation

Preis-Kaleidoskop Bundesamt

Zeitreihe Leitzinsen der EZB

EZB-Kaufprogramme

EZB-Lernspiel zu Inflation und Deflation

Statistisches Bundesamt zu Inflation 12/2016

Aktuelle Benzin- und Dieselpreise (bei Clever-Tanken.de)

Aktuelle Heizölpreise (bei Tecson)

IEA-Mitteilung

Pressemitteilungsportal der GfK

Bundesbank-Monatsbericht Januar

Statistisches Bundesamt zu Inflation 01/2017

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