Fast überall Mängel

Mobil ohne Auto: Greenpeace sieht Berlin vor München und Köln

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Fahrradfahrer auf der Münchner Ludwigstraße

Berlin - In welcher deutschen Metropole lässt es sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln herumkommen? In Berlin, sagt Greenpeace. Auch München bekommt Lob. Und Hamburg eine Rüge.

In den 14 größten deutschen Städten gibt es laut einer Greenpeace-Studie noch immer erhebliche Mängel bei ökologischen Verkehrsangeboten. Keine der Städte mache es ihren Bewohnern leicht, ohne Auto auszukommen, urteilte die Umweltschutzorganisation am Donnerstag. In einer von Greenpeace erstellten Rangliste steht Berlin an der Spitze. Dort gebe es zwar eine historisch niedrige Autodichte, aber gleichzeitig auch immer noch Lücken im öffentlichen Schienennetz.

In dem Ranking folgen auf Platz zwei München und auf Platz drei Köln. Diese beiden Städte konnten ebenso wie das viertplatzierte Frankfurt am Main durch das vergleichbar gute Angebot an Bike-Sharing-Fahrrädern - also öffentlich zugänglichen Leihfahrrädern - punkten. Beim Angebot an Car-Sharing bewertete Greenpeace diese Städte aber bereits nur noch durchschnittlich.

Hamburg: „Ganze Stadtteile abgeschnitten“

Auf den hinteren Plätzen landeten Hamburg, Dortmund, Essen, Hannover und als Schlusslicht Düsseldorf. Im zehntplatzierten Hamburg seien etwa noch immer ganze Stadtteile von einem leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgeschnitten. Die nordrhein-westfälischen Metropolen Dortmund, Essen und Düsseldorf landeten wegen schlechter Luft und ausbleibender Gegenmaßnahmen hinten.

Für das Ranking bewertete das Hamburger Stadtplanungsbüro Urbanista im Greenpeace-Auftrag mit 22 verschiedenen Messgrößen das Angebot an neuen Mobilitätsformen wie Leihrädern und -autos, den Schutz von Umwelt und Gesundheit gemessen etwa an der Feinstaubbelastung sowie die Erreichbarkeit des ÖPNV.

Positivbeispiel Freiburg

Als Positivbeispiel stufte Greenpeace das allerdings nicht zu den größten deutschen Städten zählende Freiburg ein. Nirgendwo in Deutschland würden weniger Wege mit dem Auto zurückgelegt, nirgendwo mehr mit dem Fahrrad. Die Stadt verfolge den Vorrang für das Fahrrad konsequent und wolle ihr Radwegenetz bis 2020 noch weiter ausbauen. Vorbildlich sei auch, dass Menschen mit Beeinträchtigungen konsequent der Zugang zum schienengebundenen Nahverkehr ermöglicht werde. Gut 92 Prozent der Haltestellen seien barrierefrei, nur Nürnberg habe in Deutschland einen besseren Wert.

AFP

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