Oxfam-Studie

US-Firmen verschieben Billionenbeträge in Steuerparadiese

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Apple Chef Tim Cook: Sein Konzern hat mehr als 200 Milliarden Dollar gebunkert.

Washington - Apple, Microsoft, Pfizer: Die größten US-Konzerne schleusen immer höhere Beträge am Fiskus vorbei in ausländische Steuerparadiese. Illegal ist das nach US-Recht nicht.

Einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Organisation Oxfam zufolge schafften die 50 größten Firmen des Landes im Jahr 2015 zur Vermeidung von Steuerzahlungen insgesamt 1,6 Billionen Dollar (1,5 Billionen Euro) beiseite, das waren 200 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Oxfam forderte, Unternehmen zu mehr Transparenz zu verpflichten.

Apple bunkerte über 200 Milliarden Dollar

Die Firmen hätten sich ein Netzwerk aus zuletzt 1751 Tochterfirmen aufgebaut, um ihre Gewinne zu verschieben, so Oxfam. Das waren 143 Filialen mehr als 2014. Spitzenreiter war der Studie zufolge der Technologiekonzern Apple mit gebunkerten Beträgen von mehr als 200 Milliarden Dollar, gefolgt von dem Pharmakonzern Pfizer und Microsoft mit 193,6 Milliarden Dollar beziehungsweise 124 Milliarden Dollar.

Steuervermeidung sei "rund um den Globus gängige Praxis" geworden, erklärte Robbie Silverman von Oxfam. Auf diese Weise entgingen den USA Steuerzahlungen von jährlich rund 135 Milliarden Dollar. Oxfam wertete für die Studie die öffentlich zugänglichen Daten der Unternehmen aus. Dazu zählten auch die Unternehmen Coca-Cola, Walt Disney sowie eine Reihe von Banken und Autokonzernen.

Gewinne dürfen ins Ausland verschoben werden

Das Steueroasen-Modell ist zwar nicht per se illegal. Auch nach US-Recht ist es Firmen erlaubt, Gewinne aus Geschäften im Ausland außerhalb des Landes zu parken. Briefkastenfirmen können allerdings für illegale Steuerhinterziehung oder Geldwäsche genutzt werden.

US-Präsident Donald Trump plant eine Steuerreform und will dabei unter anderem die Steuern für Unternehmensgewinne in den USA drastisch von derzeit 35 auf bis zu 15 Prozent senken. Oxfam kritisierte diese Pläne: Sie würden große Unternehmen zulasten kleinerer Konzerne und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung begünstigen, erklärte die Organisation.

2,5 Milliarden Dollar für Lobbyarbeit

Oxfam zufolge gaben die untersuchten Firmen zudem zwischen 2009 und 2015 rund 2,5 Milliarden Dollar für Lobbyarbeit aus, davon 325 Millionen zu Steuerfragen. Den Berechnungen zufolge brachte jeder Dollar für steuerpolitische Lobbyarbeit 1200 Dollar an Nachlässen. Insgesamt konnten die Firmen ihren Beitrag laut Oxfam von den in den USA geltenden 35 Prozent auf knapp 26 Prozent drücken.

Oxfam forderte vor diesem Hintergrund "klarere Transparenzvorgaben" für Unternehmen. Es müsse deutlich erkennbar sein, in welchem Land Konzerne Gewinne machten und wieviel Steuern sie darauf zahlten, forderte die Entwicklungsorganisation.

Lesen Sie auch: Juncker will Steuerschlupflöcher für Konzerne schließen

AFP

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