Finanzminister baut Druck auf

Paris: Beschäftigungszusagen bei Opel-Übernahme einhalten

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Opel-Mitarbeiter montieren im Stammwerk in Rüsselsheim Leitungen am Unterboden eines Opel Astra. Foto: Arne Dedert

Die Regierungen in Paris und Berlin waren von der geplanten Auto-Ehe von PSA und Opel überrascht. Nun pochen sie darauf, dass Abmachungen zur Beschäftigung weiter gelten.

Paris (dpa) - Bei der geplanten Übernahme von Opel durch die PSA-Gruppe müssen nach Auffassung des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Michel Sapin Bedingungen eingehalten werden. Dabei gehe es vor allem um die Beschäftigung.

Das sagte Sapin in Paris nach einem schon länger geplanten Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem polnischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Mateusz Morawiecki.

Sapins Wort hat Gewicht, da der französische Staat mit rund 14 Prozent bei PSA mit den Marken Peugeot und Citroën beteiligt ist. Der Ressortchef und sein Industriestaatssekretär Christophe Sirugue trafen laut einer ergänzenden Mitteilung PSA-Konzernchef Carlos Tavares und unterstützten den geplanten Deal. Sie forderten Tavares auf, mit allen Beteiligten zu sprechen, vor allem mit den Gewerkschaften und den Regierungen der betroffenen Staaten.

"Das ist ein Geschäft, das einen Gewinn für den einen und den anderen bringen kann", sagte Sapin nach dem Treffen mit den beiden europäischen Amtskollegen. Er werde am Donnerstag mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sprechen und dann ausführlicher Stellung nehmen.

Es gebe einen Dialog mit den Spitzen der Autobauer, damit alle Verpflichtungen im Bereich der Beschäftigung bestätigt würden. Er forderte "transparente Kontakte" zwischen den Verantwortlichen von PSA und Opel. Der Sozialist kritisierte, dass er nicht früh genug von dem Konzern über das Kaufvorhaben informiert wurde.

PSA hatte in der vergangenen Woche überraschend angekündigt, Opel von General Motors übernehmen zu wollen. Auch in Berlin hatte es auf Regierungsebene zunächst Irritationen gegeben.

Morawiecki, der in seinem Land auch Vizeregierungschef ist, sagte, er habe Kontakte mit den Regierungen in Berlin und Paris. "Es besteht die Hoffnung, einen großen Automobilakteur in Europa aufzustellen", sagte der Pole laut einer offiziellen Übersetzung. Wichtig sei der soziale Dialog. Die polnischen Standorte seien sehr wettbewerbsfähig.

PSA will am Donnerstag seine Geschäftszahlen für 2016 vorlegen, es wird erwartet, dass Tavares auch zu dem Übernahmevorhaben Stellung nimmt. Am Vortag verlängerte der Aufsichtsrat des Konzerns das Mandat von Tavares und seiner Vorstandskollegen um vier Jahre. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen und die Aufgabenverteilung im vierköpfigen Vorstand solle unverändert bleiben, teilte das Unternehmen mit.

Mitteilung zur Aufsichtsratsentscheidung, Engl.

PSA-Vorstand, Frz.

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