144 Dollar je Aktie

Pepsi übernimmt Sprudelgeräte-Hersteller Sodastream

+
Der Getränkegigant PepsiCo will den israelischen Sprudelgeräte-Hersteller Sodastream für 3,2 Milliarden Dollar übernehmen. Foto: Johannes Schmitt-Tegge

Die großen Getränkemultis tun sich schwer: Kalorienreiche Softdrinks wie Cola und Limo sind out - gesündere Alternativen müssen her. Der US-Branchenriese Pepsi will deshalb die Firma Sodastream aus Israel schlucken, deren Sprudelgeräte auch in Deutschland beliebt sind.

Purchase/Tel Aviv (dpa) - Der US-Getränkeriese PepsiCo will mit der Übernahme des israelischen Sprudelgeräte-Herstellers Sodastream eine Alternative zum schwächelnden Hauptgeschäft mit zuckerhaltigen Softdrinks erschließen.

Pepsi bietet 144 Dollar je Aktie in bar, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Damit würde sich insgesamt ein Kaufpreis von etwa 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,8 Mrd Euro) ergeben.

Sodastream ist vor allem für seine Trinkwassersprudelgeräte für den heimischen Gebrauch bekannt, die Pepsi eine ganz neue Absatznische eröffnen würden. Beim Sodastream-System wird eine spezielle Flasche mit Leitungswasser gefüllt und in ein Gerät gesteckt. Knopf drücken - und das Wasser perlt. Die Kohlensäure kommt aus einem CO2-Zylinder. Ist dieser leer, muss nachgekauft werden.

Pepsis scheidende Vorstandschefin Indra Nooyi ist bereit, für den Zukauf tief in die Tasche zu greifen: Das unterbreitete Angebot entspricht einem 32-prozentigen Aufschlag auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 30 Tage und liegt rund elf Prozent über dem Schlusskurs von Freitag. Bei Sodastream liefen die Geschäfte zuletzt rund: Im zweiten Quartal kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf 171,5 Millionen Dollar.

Besonders kräftig legten die Verkäufe in Westeuropa zu, hier stieg der Umsatz - insbesondere dank starker Nachfrage in Deutschland und Frankreich - um gut 42 Prozent. Zum genauen Marktvolumen von Sodastream in Deutschland macht das Unternehmen keine Angaben. Auch der Bundesverband der Ernährungsindustrie und der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF) äußerten sich auf Nachfrage nicht dazu. Zu den Folgen der Übernahme für den deutschen Markt hielten sich Branchenvertreter zunächst bedeckt. Eine Sprecherin des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen sagte lediglich: "Wir beobachten das, aber wir äußern uns dazu nicht."

Pepsi kämpft wie der US-Erzrivale Coca-Cola schon länger mit einer Flaute im Kerngeschäft mit kalorienreichen Softdrinks. Zwar hat das Unternehmen mit Knabbergebäck wie Kartoffel- und Tortilla-Chips der Marken Cheetos oder Doritos und den Frühstücksflocken Quaker Oats bereits ein gutes Gegengewicht. Doch sprudelndes Mineralwasser entwickelt sich in den USA immer mehr zum Verkaufsschlager, so dass der Neuerwerb gut in die Produktpalette passen könnte.

Sodastream-Chef Daniel Birnbaum bezeichnete die Transaktion als "wichtigen Meilenstein". Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: "Ich begrüße den riesigen Deal, der die Staatskasse bereichern wird, sowie die wichtige Entscheidung, die Firma in Israel zu belassen."

2014 war das Unternehmen allerdings in die Kritik geraten, weil es die Sprudler im von Israel besetzten Westjordanland herstellen ließ. Kurze Zeit darauf verlegte Sodastream seine Produktion nach Israel.

Stellungnahme von PepsiCo und Sodastream

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Aldi Süd will mit neuen Filialen punkten - dann stellt eine Kundin den Discounter bloß

Aldi Süd ist dabei, die eigenen Filialen zu modernisieren - dann deckt eine Kundin auf, dass manche Probleme nicht an der Modernisierung hängen.
Aldi Süd will mit neuen Filialen punkten - dann stellt eine Kundin den Discounter bloß

Städtebund: Fahrverbot auf Autobahn "verheerendes Signal"

Immer mehr Gerichte ordnen Fahrverbote für alte Diesel in Innenstädten an. Doch wie sollen diese Anordnungen technisch umgesetzt werden? Die Opposition fürchtet einen …
Städtebund: Fahrverbot auf Autobahn "verheerendes Signal"

Fortschritte in Bahn-Tarifverhandlungen mit der EVG

Landsberg (dpa) - In den Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn gibt es in ersten Punkten Einigungen.
Fortschritte in Bahn-Tarifverhandlungen mit der EVG

Scheuer kritisiert neues Diesel-Urteil als "unverhältnismäßig" - Eskalation in der GroKo?

Das Thema Diesel-Streit schlägt weiter hohe Wellen in Deutschland. Nachdem nun das erste Fahrverbot für eine Autobahn angekündigt wurde, droht der Streit auch innerhalb …
Scheuer kritisiert neues Diesel-Urteil als "unverhältnismäßig" - Eskalation in der GroKo?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.