Zwei Interessenten

Stada beginnt Übernahmegespräche mit Finanzinvestoren

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Übernahmeinteressen: Stada prüfe "im besten Unternehmensinteresse ihre Handlungsoptionen", teilte das Unternehmen weiter mit. Foto: Frank May

Der Pharma-Konzern Stada befindet sich seit Monaten im Umbau. Nun beginnt ein Bieterrennen um eine Übernahme. Gleich zwei Unternehmen haben Interesse am Arzneimittelhersteller bekundet.

Bad Vilbel (dpa) - Die Finanzinvestoren Cinven und Advent wetteifern um eine Übernahme des Pharmakonzerns Stada. Der Arzneimittelkonzern habe "ergebnisoffene Gespräche" mit den Beteiligungsgesellschaften begonnen, in denen "die Interessenten ihre strategischen Konzepte näher erläutern" könnten.

Das teilte Stada am Montag mit. Beide hätten angeboten, bis zu 100 Prozent des Unternehmens kaufen zu wollen.

Am Sonntagabend hatte der MDax-Konzern zunächst verkündet, zwei "rechtlich unverbindliche Interessenbekundungen" erhalten zu haben. Darunter sei die britische Beteiligungsgesellschaft Cinven, die 56 Euro je Aktie biete. Nun nannte Stada mit dem US-Investor Advent auch den Namen den zweiten Interessenten.

Die Finanzinvestoren könnten "auf unterschiedliche Weise attraktive Optionen im Unternehmensinteresse bieten", hieß es weiter. Details zu der Offerte von Advent teilte der Konzern zunächst nicht mit. Die Aussicht auf eine für Anleger lukrative Übernahme ließ Stada-Aktien am Mittag knapp 15 Prozent auf über 56 Euro in die Höhe schießen.

Der Konzern deutete an, einen noch höheren Angebotspreis erreichen zu wollen. Advent und Cinven sollten "weitere Wertsteigerungspotenziale im Hinblick auf einen potenziellen Angebotspreis bewerten", hieß es in der Meldung. Analysten des Finanzdienstleisters Kepler halten ein Wettbieten für möglich und sehen die Stada-Aktie bei 62 Euro angemessen bewertet. Andere Fachleute rieten zur Zurückhaltung. Der Großaktionär und Investor AOC begrüßte den Schritt. "Stada hat weiterhin ein großes operatives Wertsteigerungspotenzial, dessen Realisierung erst am Anfang steht", sagte ein AOC-Sprecher.

Stada stellt Nachahmermedikamente (Generika) sowie rezeptfreie Markenprodukte her und befindet sich seit längerem im Umbau. 2016 hatte sich das Unternehmen vom langjährigen Chef Hartmut Retzlaff getrennt. AOC hatte zudem im Sommer Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall gebracht und Verbesserungen im Geschäftsmodell verlangt.

Zuletzt hatte der Geschäftsumbau das Ergebnis belastet. Nicht profitable Geschäftsfelder sind aufgegeben und abgeschrieben worden. Der Konzerngewinn hatte sich deshalb im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 18,3 Millionen Euro halbiert. Für 2016 erwartet Stada indes leichte Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. Der bereinigte Konzerngewinn soll mindestens 180 Millionen Euro erreichen. Das wäre ein Plus von 8,6 Prozent. Zahlen für 2016 legt Stada am 23. März vor.

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