Rekordwerte 2019

Prall gefüllte Auftragsbücher in der Baubranche

Die Baubranche verzeichnet Rekordwerte in den Auftragsbüchern. Foto: Christoph Soeder/dpa
+
Die Baubranche verzeichnet Rekordwerte in den Auftragsbüchern. Foto: Christoph Soeder/dpa

Die Baubranche boomt. Der Wert der Bestellungen lag noch nie so hoch. Nicht nur private, auch staatliche Aufträge sorgen für kräftigen Schwung im Geschäft. Doch es gibt erste Anzeichen einer Abschwächung.

Wiesbaden/Berlin (dpa) - Die Bauindustrie in Deutschland erwartet nach einem starken Jahr auch 2020 steigende Umsätze.

"Für dieses Jahr gehen wir nach wie vor von einem nominalen Umsatzwachstum von 5,5 Prozent aus", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, am Dienstag. Bereinigt um Preissteigerungen (real) rechnet die Branche mit 1,4 Prozent Plus.

Die Auftragsbücher der Betriebe sind nach wie vor prall gefüllt - trotz eines Dämpfers im Dezember. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Bestellungen im Gesamtjahr 2019 mit 86,1 Milliarden Euro nominal um 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Das war nach Angaben der Wiesbadener Statistiker vom Dienstag der höchste jemals gemessene Jahreswert. Real betrug das Plus 3,2 Prozent.

Um die Aufträge zeitnah abarbeiten zu können, wollen viele Firmen nach Angaben der Bauindustrie in den nächsten zwölf Monaten zusätzliches Personal einstellen. Bereits im vergangenen Jahr war der Personalbestand im Zuge des Baubooms um 33 000 auf 870 000 Beschäftigte im Jahresschnitt gestiegen. Im laufenden Jahr erwartet der Verband einen weiteren Personalaufbau auf 885 000 Beschäftigte.

Große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sowie staatliche Investitionen etwa im Straßenbau sorgen seit längerem für gute Geschäfte der Baubranche. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Betriebe des Bauhauptgewerbes nach Branchenangaben 135 Milliarden Euro Umsatz und damit 6,7 Prozent mehr als 2018. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). Die Statistik des Bundesamtes berücksichtigt Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten.

"Trotz der noch guten Lage mehren sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in der Zukunft", warnte Babiel. "Die Meldungen der Baubetriebe über Stornierungen und Auftragsmangel haben zugenommen, insbesondere im Straßenbau." Die Öffentliche Hand halte sich in diesem Bereich mit Aufträgen sehr zurück - womöglich, um sinkende Preise zu erzielen.

Im Dezember lag das gesamte eingehende Auftragsvolumen im Bauhauptgewerbe nach Angaben des Bundesamtes preisbereinigt um 5,0 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Auch im Vergleich November 2019 gingen die Bestellungen zurück: um real 4,8 Prozent.

Bundesamt zu Bauhauptgewerbe 12/2019

Bauindustrie zum Jahr 2019

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Virtuelle Währung kostet Zehntausende Deutsche ihr Geld - es hätte verhindert werden können

60.000 Deutsche haben an die vermeintliche Kryptowährung OneCoin geglaubt. Ihr Geld ist weg. Wie konnte das passieren? Ein Teil der Antwort findet sich in den …
Virtuelle Währung kostet Zehntausende Deutsche ihr Geld - es hätte verhindert werden können

Paukenschlag in deutscher Wirtschaft: Top-Manager wird Vorstandschef bei der Commerzbank - Experten überrascht

Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof wird neuer Vorstandschef bei der Commerzbank. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, so die Commerzbank.
Paukenschlag in deutscher Wirtschaft: Top-Manager wird Vorstandschef bei der Commerzbank - Experten überrascht

Commerzbank holt Deutsche-Bank-Manager Knof als neuen Chef

Die quälende Ungewissheit hat ein Ende: Die Commerzbank findet schneller als erwartet einen Nachfolger für Konzernchef Zielke - und das ausgerechnet bei der benachbarten …
Commerzbank holt Deutsche-Bank-Manager Knof als neuen Chef

Autopapst über E-Autos: „Der größte Wettbewerbsvorteil von Tesla ist nicht die Batterie, sondern…“ 

Tesla will ab 2023 einen Stromer für 25.000 Dollar liefern. Was das für die deutschen Hersteller bedeutet, ob sie eine Chance haben, die Kalifornier einzuholen, erklärt …
Autopapst über E-Autos: „Der größte Wettbewerbsvorteil von Tesla ist nicht die Batterie, sondern…“ 

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.