Auch Importe machen Sorgen

Rabattschlacht im Möbelhandel setzt Hersteller unter Druck

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Nur echt mit Schlappen: Das Bett "Anberra" des Herstellers Birkenstock wird bei der Möbelmesse in Köln präsentiert. Foto: Oliver Berg

Köln - Was Kunden freut, sorgt in der Möbelbranche für Kopfzerbrechen: Rabatte, mit denen immer heftiger um Käufer gebuhlt wird, könnten einzelne Möbelhersteller in Bedrängnis bringen. Die Branche beschäftigt in Deutschland mehr als 84.000 Mitarbeiter.

Die Rabattschlacht im deutschen Möbelhandel setzt die deutsche Möbelindustrie unter Druck. Trotz auch im vergangenen Jahr weiter gestiegener Umsätze könne es zu "Schieflagen einzelner Unternehmen" kommen.

Darüber klagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Dirk-Uwe Klaas, in Köln im Vorfeld der internationalen Möbelmesse IMM (16. bis 22.1.). Schwerpunkte der deutschen Möbelindustrie sind vor allem die Regionen Ostwestfalen und Nord-Bayern.

Knapp 500 vorwiegend mittelständische Betriebe beschäftigen im Deutschland derzeit mehr als 84 000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Unternehmen nur geringfügig um 0,1 Prozent zurückgegangen, während die Zahl der Beschäftigten um 0,4 Prozent gestiegen war.

Durch die von den Möbelhäusern angebotenen Rabatte seien auch die Margen vieler Hersteller in der Vergangenheit immer weiter gesunken, hieß es bei dem Industrieverband. Der "enorme Druck auf die Marge" erschwere dabei dringend notwendige Investitionen in Digitalisierung und neue Techniken.

Sorgen bereiteten den Herstellern auch zunehmende Importe etwa aus Polen. Allein im vergangenen Jahr sei der Anteil der Möbel ausländischer Herkunft im deutschen Handel um weitere zwei Prozentpunkte auf nun 64 Prozent gestiegen.

Mit einem 2016 um 3,5 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro gestiegenem Umsatz liege die deutsche Möbelindustrie weltweit auf dem dritten Platz hinter China und den USA. Rund ein Drittel des Umsatzes wurde im Geschäft mit Exporten erzielt. Für 2017 rechnen die Hersteller mit einem weiteren Zuwachs um mindestens zwei Prozent.

Der deutsche Möbelhandel konnte dagegen im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 33,4 Milliarden Euro erwirtschaften und rechnet auch 2017 mit einer weiter steigenden Nachfrage, berichtete der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), Thomas Grothkopp.

Vor dem Hintergrund eines scharfen Wettbewerbs nehme die Konzentration in der Branche jedoch derzeit weiter zu, berichtete er. Allein die "Top-Ten" des deutschen Möbelhandels hätten auch im vergangenen Jahr weitere Marktanteile hinzugewonnen und damit über 50 Prozent des Branchenumsatzes von 33,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Befeuert werde das Wachstum im Wesentlichen durch die Übernahme bestehender Unternehmen.

Mit derzeit über 23 Millionen Quadratmetern sei auch die Verkaufsfläche im deutschen Möbelhandel im vergangenen Jahr weiter angewachsen. Mit 5,7 Millionen Quadratmetern entfalle dabei rund ein Viertel der Fläche auf 165 Riesen-Möbelhäuser mit mehr als 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

dpa

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