Entscheidung in Kalifornien

Richter: Fahrer von Uber und Lyft sind Mitarbeiter

Ein Uber-Fahrer steht in der Nähe des Flughafens von San Francisco auf einem Parkplatz (Archiv). Foto: Jeff Chiu/AP/Keystone/dpa
+
Ein Uber-Fahrer steht in der Nähe des Flughafens von San Francisco auf einem Parkplatz (Archiv). Foto: Jeff Chiu/AP/Keystone/dpa

San Francisco (dpa) - Die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft haben im jahrelangen Streit um den Status der Fahrer auf ihren Plattformen einen Rückschlag erlitten.

Ein Richter in Kalifornien ordnete per einstweiliger Verfügung an, dass die Fahrer in dem US-Bundesstaat gemäß einem Gesetz von 2019 als Mitarbeiter statt als unabhängige Unternehmer betrachtet werden müssen.

Allerdings dürfte es nur ein Zwischenergebnis in dem Konflikt werden. Der Richter setzte die Verfügung um zehn Tage aus, damit Uber und Lyft Widerspruch einlegen können. Die Unternehmen hoffen darauf, dass die Kalifornier bei einer Abstimmung, die zusammen mit der US-Präsidentenwahl für Anfang November angesetzt ist, eine Ausnahme für Fahrdienste von dem Gesetz annehmen.

Der Richter hielt Uber und Lyft vor, sie spielten auf Zeit. Die Unternehmen kontern, die meisten Fahrer wollten selbst keine Angestellten sein, um mehr Flexibilität zu haben. Zudem argumentieren sie, der neue Status würde wegen höherer Kosten etwa durch Sozialabgaben einen deutlichen Preisanstieg nach sich ziehen.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi schlug vor, dass Plattformen für Menschen, die als unabhängige Vertragspartner gelten, Fonds etwa für Krankenversicherung oder bezahlte Urlaube einrichten. Das aktuelle Beschäftigungs-System, bei dem Menschen entweder als Mitarbeiter mit weitreichenden Sozialleistungen oder als unabhängige Vertragspartner ohne Absicherung arbeiten müssen, sei "veraltet und unfair", argumentierte Khosrowshahi in der "New York Times". Es müsse einen dritten Weg geben; dafür seien aber neue Gesetze notwendig.

© dpa-infocom, dpa:200811-99-124455/2

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Microsoft: Mit Einsteiger-Laptop in Schulmarkt vordringen

Microsoft nimmt die Generation Zoom ins Visier. Das neue Surface Laptop Go soll der ideale Begleiter für Videokonferenzen, Schule und Home-Office zum Kampfpreis werden.
Microsoft: Mit Einsteiger-Laptop in Schulmarkt vordringen

Dax mit verhaltenem Start in den Oktober

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Standardwerte haben einen trägen Start in den Börsenmonat Oktober hingelegt. Aktien aus der zweiten Reihe waren gefragter.
Dax mit verhaltenem Start in den Oktober

Tesla brettert ohne Fahrer über Highway: Unheimliches Video aufgetaucht - Fans stocksauer auf Autobauer

Tesla gilt als einer der Vorreiter bei der Entwicklung zum autonomen Fahren. Doch nach einem Video muss der E-Autopionier jetzt harsche Kritik an seiner Technologie …
Tesla brettert ohne Fahrer über Highway: Unheimliches Video aufgetaucht - Fans stocksauer auf Autobauer

Bayer verschärft Sparprogramm

Auch Bayer bekommt die Corona-Pandemie zu spüren. Ausgerechnet die mit vielen Milliarden ausgebaute Agrarchemie schwächelt. Weil weitere Stellen auf dem Prüfstand …
Bayer verschärft Sparprogramm

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.