Hersteller ist wenig begeistert

Überraschung! Das ist das meistgeklaute Produkt bei Rossmann

Bestimmte Produkte im Rossmann-Sortiment sind für Diebe enorm attraktiv. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Den "Diebes-Renner" erraten Sie nie.

Hannover - Bei der Firma Scholl hielt sich die Begeisterung über den neuen Titel wohl in Grenzen. Einer ihrer Hornhauthobel wurde 2016 in der Rossmann-Mitarbeiterzeitung zum „Klaurenner Nr. 1“ in den bundesweit gut 2000 Filialen der Drogeriemarktkette gekürt. „Solche Publicity wünscht man sich eigentlich nicht“, sagte damals eine überraschte Scholl-Sprecherin. Ob sie eine Erklärung für die hohe Attraktivität des Hightech-Hobels bei den Langfinger hat? „Ich tippe sehr auf den Wiederverkauf“, erklärt sie.

Klein und handlich sind sie - und mit rund 40 Euro Ladenverkaufspreis offenbar eine ideale Beute für Ladendiebe. Die im März 2016 auf den Markt gekommene Deluxe-Variante „wet & dry“ brachte es sogar auf rund 50 Euro. „Geklaut wird alles, was klein und teuer ist“, bestätigt Ute Holtmann vom Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. Im Elektronikhandel sind das Smartphones und Speicherkarten, bei den Baumärkten Akku-Schrauber, beim Bekleidungshandel Gürtel, Tücher oder teure Funktionsbekleidung - etwa für Sportler oder Wanderer.

Lesen Sie auch: Drogeriekette macht bald dm und Rossmann Konkurrenz

Video: Einkaufswagen klauen - kein Kavaliersdelikt

"Kleine, aber teure Waren sind Dauerbrenner"

„Kleine, aber teure Waren, die beim Wiederverkauf viel Geld bringen, sind Dauerbrenner beim Ladendiebstahl“, bestätigt auch Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Er spricht von einer hohen Frustration vieler Händler: „Es gibt so einige, die Ladendiebstahl gar nicht mehr anzeigen, weil viele Verfahren wegen Geringfügigkeit schnell wieder eingestellt werden“. Die Dunkelziffer sei daher hoch.

Nach einer EHI-Studie betrug der Verkaufswert der 2015 von Kunden gestohlenen Waren rund 2,24 Milliarden Euro. Dazu kamen Diebstähle durch eigene Mitarbeiter in Höhe von 810 Millionen Euro. Rechnet man noch die 340 Millionen Euro an Verlusten durch Lieferanten und Servicekräfte mit ein, beträgt der Gesamtschaden - Stand damals - durch Diebstahl knapp 3,4 Milliarden Euro. Weitere Kosten entstehen unter anderem durch Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz.

Bei einer Preis-Leistungs-Umfrage gab es in Sachen Drogeriemärkte ein ganz klares Ergebnis.

dpa

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