Brutto-Einkommen

Im Osten wird immer noch deutlich weniger verdient

Das höchste mittlere Brutto-Einkommen nach Bundesländern gibt es in Hamburg. Foto: picture alliance / Andreas Gebert/dpa
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Das höchste mittlere Brutto-Einkommen nach Bundesländern gibt es in Hamburg. Foto: picture alliance / Andreas Gebert/dpa

Wer wie viel verdient, hängt in Deutschland stark vom Wohnort ab. Noch immer spielt der Ost-West-Unterschied eine große Rolle. Ganz vorne in der Statistik liegen zwei Autostädte.

Nürnberg (dpa) - Die Autostadt Wolfsburg hat die Autostadt Ingolstadt als Ort mit dem höchsten mittleren Brutto-Einkommen in Deutschland abgelöst. In Wolfsburg wurden 2019 den Angaben der der Bundesagentur für Arbeit zufolge im Mittel 5089 Euro pro Monat verdient.

Es folgten die bayerischen Städte Ingolstadt mit 5004 Euro und Erlangen mit 4907 Euro. Das geht aus dem neuen Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit hervor, der in diesen Tagen online gehen wird.

Nach Bundesländern wird im Mittel in Hamburg am meisten verdient - 3820 Euro und damit gut 400 Euro mehr als im Mittel von Gesamtdeutschland. Den schlechtesten Verdienst haben mit 2608 Euro im Mittel die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.

Insgesamt ist die Bezahlung im Osten Deutschlands häufig deutlich geringer als im Westen. Die untersten 59 Plätze der nach Landkreisen und kreisfreien Städten geordneten Tabelle belegen Gebietskörperschaften aus den neuen Bundesländern, bevor mit dem Landkreis Südwestpfalz und einem mittleren Bruttoeinkommen von 2763 Euro der erste westdeutsche Landkreis folgt.

Am wenigsten wird weiterhin im sächsischen Kreis Görlitz bezahlt. Dort müssen die Menschen mit einem mittleren Bruttoeinkommen von 2380 Euro zurecht kommen. Auf den nächsten Plätzen folgt mit dem Erzgebirgskreis der einwohnerreichste Kreis Sachsens, vor dem Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

Nach einer Auswertung der Partei Die Linke ist das Einkommen in den vier stärksten Kreisen und kreisfreien Städten Westdeutschlands jeweils mehr als doppelt so hoch wie das Einkommen in den beiden Schlusslicht-Landkreisen des Ostens.

«Es ist inakzeptabel, dass Ostdeutschland immer noch flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet ist. Auch im Westen gibt es abgehängte Regionen. Die Bundesregierung darf sich nicht damit abfinden, dass vielerorts Tarifverträge und angemessene Entlohnung zur Ausnahme geworden sind», betonte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). «Niedriglohn ist kein Standortfaktor, sondern ein Katalysator für ungleiche Lebensverhältnisse.» Die Tarifbindung müsse wieder deutlich gestärkt werden.

Allerdings: Auch in ostdeutschen Städten kann gut verdient werden. So liegen Dresden und Potsdam mit etwa 3200 Euro gleichauf mit den bayerischen Städten Rosenheim und Straubing.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist teilweise noch immer gravierend: In Ingolstadt verdienten vollbeschäftigte Männer im vergangenen Jahr etwa 156 Prozent dessen, was Frauen in Vollbeschäftigung bekamen.

© dpa-infocom, dpa:200720-99-860953/3

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