Nach vier Jahren Krise

Russischer Autobauer Lada rechnet mit Aufschwung

+
Das Lada-Logo in einem Werk des russischen Autobauers AvtoVaz in der Wolgastadt Togliatti östlich von Moskau. Foto: Thomas Körbel

Nach vier Jahren Krise brauchen die Autohersteller in Russland starke Nerven. Experten rechnen mit einer Erholung in diesem Jahr. Doch die Signale im Januar sind gemischt.

Togliatti (dpa) - Nach vier Jahren Auto-Krise in Russland rechnet der Marktführer Avtovaz mit einem Ende der Talfahrt. "Wir halten eine Zunahme beim Absatz auf dem gesamten Markt zwischen null und fünf Prozent für möglich", sagte Konzernchef Nicolas Maure der Deutschen Presse-Agentur.

"2020 sollte der russische Markt wieder auf Platz zwei oder drei in Europa sein", betonte Maure am Sitz der Traditionsmarke Lada in der Wolgastadt Togliatti. Dennoch brach der Absatz im Januar zunächst weiter ein.

Lange galt Russland in der Autobranche als Hoffnungsmarkt. Mit rund 2,9 Millionen verkauften Neuwagen lag Russland 2012 europaweit auf Platz zwei hinter Deutschland. Doch der Verfall des Ölpreises und des Rubels haben das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Der Moskauer Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) zufolge kauften die Russen 2016 nur 1,4 Millionen Autos.

Avtovaz-Chef Maure sagte, wenn die russische Wirtschaft wieder wachse und der Ölpreis steige, dann komme der Markt auch wieder auf das frühere Niveau. "Es gibt rund 40 Millionen Autos in Russland. Etwa die Hälfte davon ist älter als zehn Jahre. Diese Autos müssen eines Tages ersetzt werden", sagte er. Wegen der enormen Distanzen im größten Flächenstaat der Welt würden zudem mehr Autos gebraucht, sagte Maure. "Der Markt wird wieder wachsen, da bin ich überzeugt."

Die Statistiken zu Jahresbeginn sprechen indes eine andere Sprache. Der AEB zufolge schafften sich die Russen im Januar rund 77 000 Neuwagen an und damit fünf Prozent weniger als im Januar 2016.

"Wenn der Markt dieses Jahr wieder wachsen soll, dann hat er im Januar keine Eile gezeigt, dies zu tun", sagte Auto-Experte Jörg Schreiber von der AEB. Allerdings habe es zum Ende des Monats einen leichten Aufschwung gegeben. "Das ist eine solide Basis für den Start in das Frühjahr", meinte er optimistisch. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Absatz im Jahresvergleich wieder wachse.

Entgegen dem Trend steigerte Avtovaz seine Verkäufe im Januar um fünf Prozent. Nach eigenen Angaben hält Lada damit seinen Marktanteil von knapp 20 Prozent. Auch der deutsche Konzern Volkswagen legte im Januar beim Verkauf von Neuwagen um drei Prozent zu. Einbußen mussten Oberklasse-Hersteller wie Mercedes-Benz (minus 23 Prozent), Porsche (minus 51 Prozent) und BMW (minus 8 Prozent) hinnehmen.

Webseite Lada

Angaben zum russischen Automarkt 2016

AEB-Mitteilung zum Januar

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun …
Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen

Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen

Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.