Streik in der Kabine

Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

+
Ryanair-Passagiere werden am Schalter der Fluggesellschaft in Frankfurt abgefertigt. Foto: Andreas Arnold

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Nach den irischen Piloten streiken nun die Flugbegleiter in mehreren europäischen Ländern. Die Deutschen sind noch nicht ganz so weit.

Dublin/Frankfurt (dpa) - Der Billigflieger Ryanair hat wegen angedrohter Streiks des Kabinenpersonals für die kommende Woche 600 Flüge abgesagt.

Betroffen seien je rund 50 000 Passagiere am Mittwoch und Donnerstag (25./26.7.), wie das Unternehmen am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Es gehe um täglich 200 Flüge von und nach Spanien sowie jeweils 50 für Portugal und Belgien, zusammen rund 12 Prozent des gesamten Angebots für ganz Europa.

In diesen drei Ländern haben die jeweiligen Gewerkschaften die Flugbegleiter bei Ryanair aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ob deutsche Flughäfen von den Ausfällen betroffen sind, konnte die Airline nicht sagen. Betroffene Passagiere würden informiert.

Es geht um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Die irischen Piloten der Gesellschaft wollen an diesem Freitag (20.7) und am kommenden Dienstag (24.7.) ebenfalls streiken.

Die Passagiere seien per Mail oder SMS-Nachrichten informiert worden, ihnen würden Umbuchungen oder voller Ersatz der Tickets angeboten, teilte Ryanair mit. Die Streiks seien nicht gerechtfertigt und würden nur Familienurlaube stören und der Konkurrenz nutzen, erklärte Sprecher Kenny Jacobs. Die Flugbegleiter erhielten Gehälter bis zu 40 000 Euro im Jahr, fügte er hinzu.

In Deutschland hat Ryanair die DGB-Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen. "Die Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland haben heute endlich die Zusicherung erhalten, dass ihr Recht, sich bei Verdi zu organisieren und für eine bessere Zukunft einzutreten, von Ryanair respektiert wird", erklärte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Es sei ein historischer Schritt in Richtung guter Arbeitsbedingungen gelungen. Die zweite deutsche Kabinengewerkschaft Ufo verhandelt ebenfalls mit Ryanair. Am Freitag steht ein weiterer Termin in Dublin an.

Ryanair auf Twitter

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bundesländer schmieden Stahl-Allianz für die Zukunft

"Stahl stärken. Zukunft sichern" war das Motto des ersten Nationalen Stahlgipfels in Saarbrücken - und auch einer neuen "Allianz der Stahlländer". Die Charta wurde in …
Bundesländer schmieden Stahl-Allianz für die Zukunft

Deutschlands größte Kinokette Cinestar wird verkauft

Der britische Kinobetreiber Vue will Deutschlands Marktführer Cinestar kaufen. Damit steigt die Konzentration auf dem deutschen Kinomarkt. Denn die Konkurrenz Cinemaxx …
Deutschlands größte Kinokette Cinestar wird verkauft

Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem

Die Drogeriemarkt-Kette dm sieht in Deutschland enormes Neueröffnungs-Potzenzial - kommt aber dennoch mit seinen Expansionsplänen nicht so wie gewünscht voran.
Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem

GroKo-Plan gegen Diesel-Fahrverbote stößt auf Kritik

In Sachen Diesel steht in Mainz das nächste Urteil bevor, im Endspurt des Hessen-Wahlkampfs dreht sich ebenfalls vieles um mögliche Fahrverbote. Die Bundesregierung …
GroKo-Plan gegen Diesel-Fahrverbote stößt auf Kritik

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.