Das Internet der Dinge

IBM investiert 200 Millionen Dollar in Münchner Watson-Zentrale

Schaeffler erprobt mit IBM das Internet der Dinge
1 von 1
Schaeffler erprobt mit IBM das Internet der Dinge

München/Herzogenaurach - Das Internet der Dinge krempelt Industrie und Fertigung um. Das enorme Potenzial will der Industrie-Zulieferer Schaeffler jetzt mit IBM heben.

Der Automobil- und Industrie-Zulieferer Schaeffler erprobt gemeinsam mit IBM neue Möglichkeiten des Internets der Dinge. In einer strategischen Partnerschaft soll dabei die kognitive Intelligenz von IBMs Watson-System zum Einsatz kommen, kündigten die Unternehmen an. In verschiedenen Produktionsbereichen sollen mit Hilfe von Sensoren gesammelte Daten analysiert und die Ergebnisse für optimierte Produktionsketten sowie neue Services genutzt werden.

Ab Oktober sollen in einem ersten Schritt alle datenbasierten Services von Schaeffler über eine digitale Plattform laufen, die die Partner als ein digitales Ökosystem gemeinsam aufgebaut haben. „Wir konzentrieren uns insbesondere auf die sensorische Erweiterung bestehender sowie die Entwicklung neuer Produkte mit integrierter Software“, sagte Gerhard Baum, Digital-Chef der Schaeffler Gruppe. Dabei sollen Maschinen und Transportmittel, aber auch die einzelnen Werke untereinander sowie die gesamte Lieferkette verknüpft werden.

Wertvolle Daten würden demnach Bauteile wie Lager oder Kupplungssysteme liefern, die zuvor mit Sensoren und Steuergeräten ausgestattet wurden. Sie befänden sich in Maschinen und Autos genau dort, wo wichtige Zustands- und Bewegungsinformationen bestehen, hieß es. Die Daten könnten wertvolle Informationen über den Zustand der Maschinen liefern.

IBM investiert 200 Millionen Dollar in Münchner Watson-Zentrale

Im Fokus der Partnerschaft von Schaeffler und IBM sollen unter anderem die Lager stehen, die Schaeffler für Windturbinen produziert. Dabei überwachen Sensoren in Echtzeit den Zustand der Windkraftanlagen. Mit Hilfe von lernenden Systemen will das Unternehmen künftig Erfahrungen über die Leistung unter unterschiedlichen Wetterbedingungen sammeln. In Verbindung mit Wetterdaten von IBM („Weather Company“) sollen die Betreiber künftig den Austausch von Komponenten direkt in einer kommenden Windflaute planen können, um den Energieverlust so gering wie möglich zu halten.

Auch für vernetzte Autos oder in der Schienenverkehrstechnik will Schaeffler künftig die kognitive Intelligenz von Watson nutzen. Echtzeit-Analysen sollen auf Basis der über die Komponenten ermittelten Daten neue Informationen generieren, die etwa die Betriebssicherheit von Autos erhöhen oder im Schienenverkehr frühzeitig Materialermüdungen erkennen lassen.

Für seinen Supercomputer Watson hatte der amerikanische IT-Dienstleister IBM im vergangenen Dezember einen wichtigen Standort in München eröffnet. Hier sollen Kunden, Partner, Universitäten und Forschungseinrichtungen Zugang zu der Watson-Plattform und den Cloud-Diensten des Unternehmens bekommen.

IBM kündigte am Dienstag an, als Teil eines Drei-Milliarden-Dollar-Investments 200 Millionen Dollar in das neue Zentrum zu stecken. Über 1000 Forscher sollen dort künftig das Internet der Dinge voranbringen. „Deutschland steht an der Spitze der Industrie-4.0-Initiative“, sagte Harriet Green von IBM. In München wolle das Unternehmen seien Kunden und Partner eine gemeinsame Brutstätte für weitere Innovationen bieten.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Dax schließt etwas leichter

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich auch am Freitag vorwiegend zurückgehalten. Wie schon während der vergangenen zwei Handelstage …
Dax schließt etwas leichter

Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung

Rastatt/Berlin (dpa) - Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der Rheintalbahn haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen …
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung

Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden

In vielen deutschen Städten werden hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Doch sind die Werte korrekt? Die EU sagt: ja. Die Verkehrsminister wollen die Messungen …
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden

VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe: Das Kraftfahrtbundesamt muss Schriftverkehr mit VW im Zusammenhang mit der Rückrufaktion im Abgasskandal herausgeben. Das Amt hatte …
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.