Ab 1. August 2017

Noch-Rewe-Chef Caparros hat neue Aufgabe gefunden

+
Alain Caparros.

Von Köln nach Düsseldorf: Alain Caparros wechselt vom Einzelhandelsriesen Rewe zum Textilhändler C&A. Vor seinem Weggang präsentierte der Manager ein Rekordergebnis. Kann er die Modekette ähnlich voranbringen?

Köln/Düsseldorf - Der scheidende Chef des Handels- und Touristikkonzerns Rewe, Alain Caparros, gilt als krisenerprobt - jetzt soll er den Textilhändler C&A in die Erfolgsspur zurückbringen. Der 60-Jährige wird künftig das Europageschäft der Düsseldorfer Modekette leiten. Caparros übernimmt zum 1. August die Leitung von C&A Europe, teilte die Familienholding Cofra am Mittwoch mit. „Wir sind sehr erfreut darüber, seine Ankunft vermelden zu können, und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Cofra-Chef Martijn Brenninkmeijer laut Mitteilung.

„Ich habe mich dazu entschieden, meine Pläne für die Zeit nach Rewe zu ändern“, erklärte Caparros. Er hatte seinen Abgang bei Rewe deutlich früher als geplant angekündigt. Eigentlich sollte er noch bis Ende 2018 an der Spitze des Handelskonzerns bleiben.

C&A hatte zuletzt mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Modehandel in Richtung Internet verlagert, habe das traditionsreiche Familienunternehmen wie viele andere Händler unterschätzt, hatte Caparros' Vorgänger bei C&A, Philippe Brenninkmeijer, im November in einem Interview des Branchenfachblatts „Textilwirtschaft“ eingeräumt.

Für zusätzlichen Druck sorgt die wachsende Zahl von Billiganbietern wie beispielsweise Primark, die gerade in den Augen der jungen Kundschaft modischere Artikel im Angebot hat. Um dem Abwärtstrend zu entkommen, hat C&A bereits erste Maßnahmen ergriffen. Viel Geld fließt in den Ausbau des Online-Geschäfts und in Werbung, zudem werden die Filialen aufgehübscht. Bis 2021 will das Unternehmen, das derzeit mehr als 60.000 Mitarbeiter beschäftigt und weltweit rund 2000 Läden betreibt, wieder „ein robustes Wachstum“ erzielen.

Bei seiner letzten Bilanzvorlage als Rewe-Chef konnte Caparros im März noch einmal gute Zahlen vorlegen. Der Umsatz der Rewe-Gruppe stieg trotz des harten Wettbewerbs im Lebensmittelhandel um fünf Prozent auf 54 Milliarden Euro, der Gewinn legte gar um rund 21 Prozent auf 463 Millionen Euro zu. Neuer Chef des Kölner Handelsriesen wird der bisher für das deutsche Handelsgeschäft zuständige Manager Lionel Souque.

Ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit rückte Caparros, als er die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch den Konkurrenten Edeka im vergangenen Jahr mit seinem Widerstand fast zum Scheitern brachte. Am Ende musste Edeka rund 60 Kaiser's-Tengelmann-Filialen auf dem attraktiven Berliner Markt Rewe überlassen, um das Vorhaben zu retten.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse

Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse

Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus

Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Alstom-Eigentümer stimmen für Zug-Allianz mit Siemens

Die deutsch-französische Zug-Ehe nimmt die nächste Hürde: Die Aktionäre des TGV-Herstellers Alstom stimmen der Fusion mit der Siemens-Zugsparte zu. Ein wichtiges Ja …
Alstom-Eigentümer stimmen für Zug-Allianz mit Siemens

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.