Rekordergebnis

Scheidender Rewe-Chef Caparros geht zu C&A

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Der scheidende Chef des Handels- und Touristikkonzerns Rewe, Alain Caparros, wird künftig das Europageschäft der Düsseldorfer Modekette C&A leiten. Foto: Oliver Berg

Von Köln nach Düsseldorf: Alain Caparros wechselt vom Einzelhandelsriesen Rewe zum Textilhändler C&A. Vor seinem Weggang präsentierte der Manager ein Rekordergebnis. Kann er die Modekette ähnlich voranbringen?

Köln/Düsseldorf (dpa) - Der scheidende Chef des Handels- und Touristikkonzerns Rewe, Alain Caparros, gilt als krisenerprobt - jetzt soll er den Textilhändler C&A in die Erfolgsspur zurückbringen. Der 60-Jährige wird künftig das Europageschäft der Düsseldorfer Modekette leiten.

Caparros übernimmt zum 1. August die Leitung von C&A Europe, teilte die Familienholding Cofra mit. "Wir sind sehr erfreut darüber, seine Ankunft vermelden zu können, und freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagte Cofra-Chef Martijn Brenninkmeijer laut Mitteilung.

"Ich habe mich dazu entschieden, meine Pläne für die Zeit nach Rewe zu ändern", erklärte Caparros. Er hatte seinen Abgang bei Rewe deutlich früher als geplant angekündigt. Eigentlich sollte er noch bis Ende 2018 an der Spitze des Handelskonzerns bleiben.

C&A hatte zuletzt mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Modehandel in Richtung Internet verlagert, habe das traditionsreiche Familienunternehmen wie viele andere Händler unterschätzt, hatte Caparros' Vorgänger bei C&A, Philippe Brenninkmeijer, im November in einem Interview des Branchenfachblatts "Textilwirtschaft" eingeräumt.

Für zusätzlichen Druck sorgt die wachsende Zahl von Billiganbietern wie beispielsweise Primark, die gerade in den Augen der jungen Kundschaft modischere Artikel im Angebot hat. Um dem Abwärtstrend zu entkommen, hat C&A bereits erste Maßnahmen ergriffen.

Viel Geld fließt in den Ausbau des Online-Geschäfts und in Werbung, zudem werden die Filialen aufgehübscht. Bis 2021 will das Unternehmen, das derzeit mehr als 60 000 Mitarbeiter beschäftigt und weltweit rund 2000 Läden betreibt, wieder "ein robustes Wachstum" erzielen.

Bei seiner letzten Bilanzvorlage als Rewe-Chef konnte Caparros im März noch einmal gute Zahlen vorlegen. Der Umsatz der Rewe-Gruppe stieg trotz des harten Wettbewerbs im Lebensmittelhandel um fünf Prozent auf 54 Milliarden Euro, der Gewinn legte gar um rund 21 Prozent auf 463 Millionen Euro zu. Neuer Chef des Kölner Handelsriesen wird der bisher für das deutsche Handelsgeschäft zuständige Manager Lionel Souque.

Ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit rückte Caparros, als er die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch den Konkurrenten Edeka im vergangenen Jahr mit seinem Widerstand fast zum Scheitern brachte. Am Ende musste Edeka rund 60 Kaiser's-Tengelmann-Filialen auf dem attraktiven Berliner Markt Rewe überlassen, um das Vorhaben zu retten.

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