Unterbrechung notwendig

Schlichtung bei Bahn geht in die Verlängerung

+
Das Schlichtungsverfahren wird bis zum 9. Februar ausgesetzt. Danach wird weiterverhandelt. Foto: Oliver Berg

Drei Wochen Schlichtung haben nicht ausgereicht, um eine Lösung im Tarifkonflikt von Bahn und Lokführergewerkschaft zu finden. Deshalb brauchen die Beteiligten mehr Zeit. Wo es hakt, bleibt im Dunkeln.

Berlin (dpa) - Die Schlichtung im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht in die Verlängerung.

Zunächst werde das Verfahren bis zum 9. Februar ausgesetzt und solle dann bis zum 19. Februar abgeschlossen werden, teilten die beiden Schlichter Bodo Ramelow und Matthias Platzeck in Berlin mit.

Die Vermittlung unter Leitung des thüringischen Ministerpräsidenten Ramelow (Linke) und des früheren brandenburgischen Regierungschefs Platzeck (SPD) hatte am 11. Januar begonnen. Das Verfahren war auf drei Wochen angesetzt. Die geltende Schlichtungsvereinbarung sieht aber die Möglichkeit einer einwöchigen Verlängerung vor. Mit der Aussetzung wurde nun zusätzlich Zeit gewonnen. Sie sei notwendig, "um weitere Grundlagen zur Fortsetzung der Gespräche zu erstellen", erklärten die Schlichter.

Die beiden Seiten ringen um eine Tarifeinigung über Einkommen und Freizeit für das Zugpersonal. Das sind vor allem Lokführer und Zugbegleiter, insgesamt rund 35 000 Beschäftigte, für die die GDL neben der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) das Verhandlungsmandat hat.

In den sechs Verhandlungsrunden vor der Schlichtung war vor allem die Frage umstritten, wie die Ruhezeiten künftig geregelt werden. Die GDL pocht auf mehr zusammenhängende freie Tage, festgelegt im Tarifvertrag. Konkret forderte sie für ihre Mitglieder jeweils zwei freie Tage nach fünf Arbeitstagen. Die Bahn lehnte das mit dem Hinweis ab, eine solche starre Regelung lasse sich im rund um die Uhr laufenden Eisenbahnbetrieb nicht umsetzen. Erfüllte man die GDL-Forderungen, führte das zu einer Vier-Tage-Woche mit 30 Wochenstunden und vollem Lohnausgleich, stellte die Bahn fest.

Zu den Inhalten würden sich Tarifpartner und Schlichter vor Ende des Verfahrens auch weiterhin nicht öffentlich äußern, teilten Ramelow und Platzeck mit. Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube, der am Montag zurücktrat, war an der Schlichtung nicht direkt beteiligt. Für die Bahn führt Personalvorstand Ulrich Weber die Verhandlungen, für die GDL deren Vorsitzender Claus Weselsky.

Tarifvertrag zur Regelung von Grundsatzfragen

Bahn-Pressematerial zur Tarifrunde

GDL zur Schlichtung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

H&M soll in Deutschland Bußgeld zahlen - der Grund sind sensible Datenschutzverstöße

Gegen den Modekonzern H&M läuft in Deutschland derzeit ein Bußgeldverfahren. Der Grund sind Datenschutzverstöße, betroffen ist das Kundenzentrum in Nürnberg.
H&M soll in Deutschland Bußgeld zahlen - der Grund sind sensible Datenschutzverstöße

C&A mit radikalem Streichkurs: Filialen in acht Bundesländer werden schließen

Heftige Maßnahme: Eine in Deutschland sehr beliebte Mode-Kette schließt noch in diesem Jahr mehrere Filialen. Betroffen sind Geschäfte in acht Bundesländern.
C&A mit radikalem Streichkurs: Filialen in acht Bundesländer werden schließen

Tesla-Gegner wehren sich gegen rechte Instrumentalisierung

Zu dem in Grünheide geplanten Tesla-Autowerk gibt es viele Fragen von Anwohnern. Die Politik und das Unternehmen wollen Bedenken ausräumen. Gegner haben Angst vor einer …
Tesla-Gegner wehren sich gegen rechte Instrumentalisierung

Greenpeace-Aktionen gegen Billigfleisch vor Supermärkten

Fast 90 Prozent des von den großen Supermarktketten angebotenen Frischfleischs stamm laut Greenpeace von Tieren aus klimaschädlicher und tierschutzwidriger Haltung. Bei …
Greenpeace-Aktionen gegen Billigfleisch vor Supermärkten

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.