Aktie unter Druck

Jobabbau und weniger Gewinn bei Tesla

+
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Evan Vucci/AP

Beim Elektroautopionier Tesla kehrt einfach keine Ruhe ein. Firmenchef Elon Musk rechnet mit weniger Gewinn und will mit Entlassungen die Kosten senken. Das kommt bei Anlegern nicht gut an.

Palo Alto (dpa) - Der E-Autobauer Tesla hat einen großen Stellenabbau angekündigt und Aktionäre auf weniger Gewinn eingestellt. "Der Weg vor uns ist sehr schwierig", teilte Tesla-Chef Elon Musk am Freitag im Firmen-Blog mit.

Das Unternehmen habe leider keine andere Wahl, als die Anzahl der Vollbeschäftigten um sieben Prozent zu kürzen. Tesla hatte nach Angaben Musks vom Oktober zuletzt rund 45.000 Mitarbeiter. Sollte es sich dabei komplett um Vollzeitstellen handeln, wären etwa 3150 Arbeitsplätze betroffen.

Bei Anlegern kamen die Neuigkeiten nicht gut an, Teslas Aktien verloren zum Auftakt im US-Handel zeitweise fast zehn Prozent.

Lesen Sie auch: Wegen Tesla-Fahrern: Eltern haben an dieser Strecke Angst um ihre Kinder

Musk erklärte, dass Tesla im vierten Quartal zwar laut vorläufigen Schätzungen erneut schwarze Zahlen geschrieben habe, das Ergebnis jedoch niedriger als im vorherigen Berichtszeitraum ausfallen dürfte. Im laufenden Vierteljahr werde "mit etwas Glück" hoffentlich "ein kleiner Profit" erzielt. Im dritten Quartal hatte das 2003 gegründete Unternehmen 312 Millionen Dollar verdient und damit den bislang höchsten Überschuss in seiner Geschichte geschafft. Zuvor hatte Tesla überhaupt nur zweimal ein Vierteljahr mit Gewinn abschließen können.

Der Arbeitsplatzabbau soll nun helfen, Kosten zu sparen und so den für die Zukunft entscheidenden Hoffnungsträger Model 3 günstiger anbieten zu können. Allerdings muss Musk trotz der geplanten Entlassungen die Produktion weiter kräftig hochfahren, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Die erweiterte Produktion sowie die Einsparungen sollen es Tesla ermöglichen, das Model 3 in der Standardversion endlich wie ursprünglich versprochen für 35.000 Dollar anzubieten. Bislang war der erste günstigere Tesla, mit dem Musk den Massenmarkt erobern will, deutlich teurer. Derzeit liegt der Einstiegspreis bei 44.000 Dollar.

Tesla hatte Anleger erst Anfang Januar mit schwächer als erwartet ausgefallenen Auslieferungszahlen und überraschenden Kaufanreizen für US-Kunden vor den Kopf gestoßen. Nach einer Kürzung der staatlichen Förderprämie für Elektroautos hatte Tesla angekündigt, die Preise in den USA um 2000 Dollar pro Fahrzeug zu senken. Das könnte darauf hinweisen, dass die Nachfrage nach Musks E-Autos doch nicht so enorm ist wie angenommen. Im vierten Quartal brachte Tesla insgesamt 90.700 Fahrzeuge an die Kundschaft, davon entfielen 63.150 auf das Model 3.

Tesla hatte bereits im Juni 2018 mehr als 3000 Mitarbeitern gekündigt, was damals rund neun Prozent der Beschäftigten entsprach. Der Schritt sei nötig, um dem Ziel der Profitabilität näher zu kommen, sagte Musk damals. Allerdings stehen solchen Entlassungen angesichts der massiven Expansion von Tesla stets auch zahlreiche Neueinstellungen gegenüber. Insgesamt sei die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen, erklärte Musk jetzt im Firmen-Blog. Das sei mehr, als das Unternehmen vertragen könne.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Große Lidl-Expansion: Mehr als 40 neue Filialen in London

Neben Aldi macht sich nun auch Lidl in England breit - und setzt die Discounter mächtig unter Druck.
Große Lidl-Expansion: Mehr als 40 neue Filialen in London

Dax dreht vor G20-Gipfel in die Gewinnzone

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem schwächeren Start hat sich der Dax im Handelsverlauf auch dank hoher Gewinne bei Thyssenkrupp und Adidas in die Gewinnzone …
Dax dreht vor G20-Gipfel in die Gewinnzone

Edeka und Heinz beenden Ketchup-Streit

Die Auseinandersetzungen zwischen Handel und Herstellern um Preise und Lieferkonditionen nehmen an Schärfe zu. Das sorgt immer öfter für Lücken in den Regalen. Doch auf …
Edeka und Heinz beenden Ketchup-Streit

Niemand hat die Absicht, Bullenkälber zu schreddern

Milch ist nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern Produkt eines hoch problematischen politisch-wirtschaftlichen Kontextes.
Niemand hat die Absicht, Bullenkälber zu schreddern

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.