Festakt zum 200. Geburtstag

Siemens-Chef: Faires Geschäftsmodell für Digital-Zeitalter

+
Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser spricht beim Festakt zum 200. Geburtstag des Industriellen und Erfinders Werner von Siemens in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini

Mit Mut und Optimismus - so will Siemens 200 Jahre nach der Geburt des Unternehmensgründers die Digitalisierung angehen. Zum Geburtstag des Erfinders gibt es aber auch nachdenkliche Töne.

Berlin (dpa) - Siemens-Chef Joe Kaeser hat dazu aufgerufen, Bedenken angesichts der Digitalisierung ernst zu nehmen. "Viele Menschen machen sich Sorgen, ob sie im digitalen Zeitalter überhaupt noch gebraucht werden", sagte Kaeser in Berlin. Diese Menschen müssten mitgenommen werden.

"Unsere Aufgabe ist es auch, ein faires, ein inklusives Geschäftsmodell zu entwickeln. Das braucht das digitale Zeitalter", sagte Kaeser bei einem Festakt zum 200. Geburtstag des Gründers Werner von Siemens. Dabei hob Kaeser hervor, dass der Unternehmer auch Verantwortung für die Gesellschaft übernommen habe.

Der Vorstandschef würdigte auch Siemens' Optimismus und Mut zum Wandel. "Von diesem Optimismus, diesem Willen müssen auch wir uns wieder mehr leiten lassen", forderte Kaeser. "Wenn wir es richtig anstellen, bietet die Digitalisierung enorme Chancen für uns. Sie kann Wachstum erzeugen, Arbeitsplätze schaffen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Digitalisierung lasse sich nicht aufhalten, sie lasse sich nur gestalten. "Dabei muss es unser Anspruch als Industrieland sein, vorne dabei zu sein." Siemens spiele eine zentrale Rolle.

Es gehe auch darum, Kompetenzzentren zu bilden, durch die kleine und mittlere Unternehmen die neuen Chancen nutzen könnten, hob Merkel hervor. Notwendig sei eine lebendige Gründerkultur. So habe sich in Berlin eine vielversprechende Start-up-Szene entwickelt. "In manchen Hinterhöfen herrscht heute genauso ein Erfindergeist wie seinerzeit bei Werner von Siemens - allerdings ganz anderer Natur."

Merkel sagte, man kenne auch die Gefährdungen durch den digitalen Wandel. Die Politik müsse deshalb bei der Cyber-Sicherheit eng mit der Industrie zusammenarbeiten. "Die Nationale Cyber-Sicherheitsstrategie, die wir jetzt aufgelegt haben, ist ein erster Schritt", sagte Merkel. "Aber hier sind wir auch sehr gefordert." Am Sonntag waren rund 900 000 Router der Deutschen Telekom durch eine Cyber-Attacke lahmgelegt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bei SAP stehen Profitabilität und Cloud-Wachstum im Fokus

Lange wurde SAP für schwindende Profitabilität kritisiert, dann überraschte der Softwarekonzern mit einem unerwartet starken Anstieg. Nun legen die Walldorfer die …
Bei SAP stehen Profitabilität und Cloud-Wachstum im Fokus

Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Jetzt streiken die Flugbegleiter. 
Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Nach den irischen Piloten streiken nun die Flugbegleiter in mehreren europäischen Ländern. Die …
Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben auch zur Wochenmitte ihren Optimismus beibehalten. Der Leitindex Dax baute die Gewinne vom Vortag aus …
Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.