Kritik von Grünen und Steuerzahlerbund

Sind Steuerformulare frauenfeindlich?

Berlin - Die Grünen und der Bund der Steuerzahler setzen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf Formularen für Steuererklärungen ein.

Der Steuerzahlerbund habe dem Bundesfinanzministerium bereits Vorschläge unterbreitet, berichtete der „Tagesspiegel“ (Dienstag). Die Kritiker stört demnach, dass auf dem Hauptvordruck zur Einkommensteuer-Erklärung der Mann zuerst genannt wird, wenn Ehepaare ihre Steuer gemeinsam erklären - auch wenn die Frau mehr verdiene.

„Es wird Zeit, dass Frauen auch in den Köpfen von Steuerbeamten gleichgestellt werden“, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Paus der Zeitung. Vor allem gehe es aber auch um Gleichberechtigung in der Realität - daher solle das Ehegattensplitting für künftige Ehen abgeschafft und durch ein Familienbudget werden, teilte die Steuerexpertin am Dienstag mit.

Steuerzahler-Verbandspräsident Reiner Holznagel schlug vor, statt Ehemann und Ehefrau Ehepartner A beziehungsweise B abzufragen. So könnten Eheleute selbst entscheiden, wer zuerst eingetragen werde. Da diese Umstellung aber eine Änderung in der Software der Finanzämter nötig machen würde, sei vorerst nicht mit einer Reform zu rechnen, erfuhr der „Tagesspiegel“ aus der Finanzverwaltung.

dpa

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