Experte befürchtet

Solarworld-Insolvenz schlecht für deutsche Solarforschung

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Standort Arnstadt nach Solarworld-Insolvenz.

Bonn - Die drohende Insolvenz des letzten großen deutschen Solarherstellers Solarworld ist nach Auffassung eines Branchenexperten schlecht für die deutsche Forschungslandschaft.

„Das ist nicht nur ein trauriger Tag für die Belegschaft“, sagte Götz Fischbeck vom Solar-Beratungshaus Smart Solar Consulting. Den deutschen Hochschulen und Fraunhofer-Instituten gehe so auch ein wichtiger Industriepartner verloren. „Sie brauchen solche Unternehmen, die Innovationen aus der Forschung in Massenproduktion umsetzen und so den Fortschritt weitertreiben.“

Deutschland habe die Solarindustrie maßgeblich entwickelt - nun herrsche in dieser „Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts“ aber eine „bemerkenswerte Dominanz von China und Taiwan“, sagte der Solarexperte. Zuletzt habe Solarworld noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1,5 Gigawatt produziert, bei rund 80 Gigawatt jährlicher Produktion weltweit. Die Chancen, dass ein deutscher Investor Solarworld übernehmen könnte, schätzte Fischbeck als eher gering ein. „Wahrscheinlicher ist ein asiatisches Unternehmen.“

Die Solarbranche leide nach wie vor unter ihrer starken Zersplitterung, die zehn größten Unternehmen weltweit deckten weniger als die Hälfte des Absatzes ab. Kleinere Marktteilnehmer seien anfälliger gegen Preisschwankungen. Außerdem könnten durch den schnellen technischen Fortschritt spät kommende Unternehmen Know-how zukaufen und so Erfolge erzielen. „Die Pioniere haben in diesem Markt - anders als zum Beispiel in der Halbleiterindustrie - keine Vor-, sondern eher Nachteile.“

dpa

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