Edelgemüse

Spargelsaison endet: Riesige Mengen und günstige Preise

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Gute Saison: Eine Verkäuferin in Berenbostel packt Spargel in eine Tüte. Foto: Holger Hollemann

Spargelfreunde konnten sich dieses Jahr die Hände reiben: Das warme Wetter hat das Edelgemüse rekordverdächtig sprießen lassen - mit der Folge günstiger Preise.

Oldenburg/Bonn (dpa) - Das deutschlandweit warme Wetter in diesem Frühjahr hat den Bundesbürgern günstige Spargelpreise beschert.

"Es war eine sehr verbraucherfreundliche Saison", sagte Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Spargelanbauer in Niedersachsen. So betrug der bundesweite Durchschnittspreis für ein Kilo weißen deutschen Spargel in der Woche vor Pfingsten 5,48 Euro - das war bezogen auf eine einzelne Woche der niedrigste Verbraucherpreis der vergangenen vier Jahre, wie Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn betonte. Nach Pfingsten seien die Preise wieder etwas gestiegen, lägen aber im Mittel noch unter sechs Euro und damit unter dem Vorjahresniveau.

Die geerntete Menge wird nach Schätzung der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse mindestens auf Vorjahresniveau liegen: 2017 wurde die Rekordmenge von rund 127 800 Tonnen in den deutschen Anbaugebieten von den Feldern geholt.

Das warme Wetter habe dazu geführt, dass viel Spargel gleichzeitig auf den Markt kam und daher die Preise sehr günstig waren, sagte Wolfgang Ehrecke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Für die Verbraucher war das gut, für die Spargelbauern eher schlecht. Obwohl es hier eine Zweiteilung gibt: "Negativ betroffen waren vor allem die Betriebe, die ihre Ware größtenteils über den Großmarkt absetzen. Direktvermarkter haben es nicht so gespürt." Wobei viele Landwirte beide Schienen bedienen, den Großhandelsabsatz und den Direktverkauf. Die Gewichtung kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein.

Die Preise lägen auf dem Niveau von vor 10 Jahren, sagte der Vorsitzende des Vereins Beelitzer Spargel in Brandenburg, Jürgen Jakobs. Viele Landwirte überlegten, Flächen stillzulegen. "Das war eine ganz extreme Situation", hieß es auch von Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbands Südbayern. Teilweise seien Felder nicht mehr gestochen worden, weil es keine Abnehmer gab. "So eine Situation habe ich seit 30 Jahren nicht erlebt."

Kurz vor dem offiziellen Ende der Saison am Johannistag (24. Juni) sind die Preise wieder ein wenig gestiegen. Allerdings ist die Nachfrage auch nicht mehr so groß. Auf vielen Anbauflächen sei die Ernte schon beendet worden, sagte Marktexperte Koch.

Zum Nachteil der Spargelanbauer war es vor allem im Mai in ganz Deutschland sehr warm. Deshalb musste überall der Spargel gestochen werden. Übliche Techniken, um den Erntezeitraum zu strecken, hätten angesichts der heißen Temperaturen nicht funktioniert, erläutert Kammersprecher Ehrecke. Normalerweise setzen viele Landwirte auf Folien über den Spargeldämmen, um das Wachstum zu steuern.

Die warmen Temperaturen haben mitunter zu Qualitätseinbußen geführt, denn bei der großen Wärme beginnen die Spargelköpfe bereits in der Erde, sich aufzufächern. "Klasse-eins-Spargel sollte schon geschlossene Köpfe haben", erklärte Ehrecke. Aber auch für die Nachfrage ist heißes Wetter nicht gut: Bei Temperaturen von über 28 Grad esse kaum noch jemand Spargel, sagte Koch.

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