Jahresüberschüsse steigen

Sparkassen-Ärger: Vorstände bekommen üppiges Gehalt - treue Kunden gucken in die Röhre

+
Immer mehr Sparkassen in Deutschland kündigen Kunden gut verzinste Altverträge.

Immer mehr Sparkassen in Deutschland kündigen Kunden gut verzinste Altverträge. Schuld sei die Niedrigzinsphase. Ein Blick auf die Ertragslage der Banken zeigt aber Erstaunliches

Berlin - Die Meldungen häufen sich in den vergangenen Wochen: Immer mehr Sparkassen in Deutschland kündigen Kunden gut verzinste Altverträge. So sorgte die Sparkasse Nürnberg für Schlagzeilen, als sie entsprechende Kontrakte für 16.000 Kunden cancelte. Grund dafür ist die anhaltende Niedrigzinsphase der Europäischen Zentralbank. Die Banken sind in Deutschland stark abhängig vom Zinsgeschäft. Andererseits verdienen die Vorstände nach wie vor ein üppiges Gehalt. Ein Blick auf die Lage der Sparkassen in Deutschland zeigt Erstaunliches. 

Sparkassen: Lukrative Verträge gekündigt

Die Nord-Ostsee-Sparkasse verzeichnete beispielsweise nach Angaben von bild.de 2018 einen Jahresüberschuss von 12,58 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2017 waren es 12,51 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich also leicht. Allein mit Zinsgeschäften verdiente die Flensburger Bank 105,3 Millionen Euro. Auch die Führungsspitze freute sich über eine Gehaltssteigerung. So verdiente der Vorstandsvorsitzende der Bank gut 580.000 Euro im Jahr, 8,2 Prozent mehr als 2017. Trotzdem hat die Bank laut bild.de alte und lukrative Prämiensparverträge von Kunden gekündigt. 

So ähnlich sieht es bei der Ost-Sächsischen Sparkasse in Dresden aus. Die Bank will Sparverträge nach Erreichen der höchsten Prämienstufe kündigen, obwohl der Jahresgewinn leicht von 20,67 Millionen Euro auf 20,75 Millionen Euro stieg.

Sparkassen: Für Privatkunden gilt oft Strafzins

Manchen Privatkunden drohen auch Negativzinsen. So verlangt die Sparkasse Hannover einen Strafzins von 0,5 Prozent. Und das, obwohl der Jahresgewinn 2018 auf Vorjahresniveau blieb. In Hamburg sieht es ähnlich aus: Für Privatkunden der Bank gilt ein Strafzins von 0,4 Prozent, wenn die Einlagen eine Höhe von 500.000 Euro übersteigen. 2018 verdienten die Vorstände der Bank insgesamt 3,3 Millionen Euro. 

Laut Handelsblatt haben insgesamt rund 40 Sparkassen weit mehr als 100.000 Prämienverträge gekündigt. Allein die Stadtsparkasse München kündigte 28.000 Kunden die Verträge. Die ARD-Doku „Story im Ersten“ will aufgedeckt haben, dass Sparkassen und Volksbanken in Deutschland ihre Kunden systematisch betrügen und abzocken. 

erb

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Huawei-Finanzchefin unterliegt in Prozess um Auslieferung

Vancouver (dpa) - Die in Kanada festgehaltene Finanzchefin des chinesischen Telekomkonzerns Huawei, Meng Wanzhou, hat im Rechtsstreit um ihre Auslieferung in die USA …
Huawei-Finanzchefin unterliegt in Prozess um Auslieferung

Flugzeugabstürze und jetzt Corona: Pandemie verschärft dramatische Situation bei Boeing

Die Corona-Pandemie hat weltweit wirtschaftlich schwere Folgen. Viele Konzerne und kleinere Unternehmen trifft es hart. Bei Airbus-Rivale Boeing verschlechtert sich die …
Flugzeugabstürze und jetzt Corona: Pandemie verschärft dramatische Situation bei Boeing

Erholungsrally im Dax ist nicht zu bremsen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Erholung im Dax hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Mit der häppchenweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen setzen die Investoren aktuell auf …
Erholungsrally im Dax ist nicht zu bremsen

Altmaier deutet Entlastung bei Strompreisen an

Forderungen gibt es schon viele, nach Pfingsten soll das Konjunkturprogramm der Bundesregierung stehen. Der Wirtschaftsminister gibt schonmal einen Vorgeschmack - der im …
Altmaier deutet Entlastung bei Strompreisen an

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.