Media-Saturn-Mutter

Sparprogramm bei Ceconomy führt zu Stellenstreichungen

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Ceconomy will jährlich 110 Millionen bis 130 Millionen Euro einsparen. Foto: Armin Weigel

Deutschlands größter Elektronikhändler setzt den Rotstift an. Mit einem Sparprogramm will Ceconomy die Kosten senken. Hunderte Jobs sollen wegfallen. Auch die Spitze wird nicht verschont: Nach dem abrupten Managementwechsel stehen im Vorstand weitere Änderungen an.

Düsseldorf (dpa) - Die unter Druck stehende Media-Saturn-Mutter Ceconomy streicht Hunderte Stellen, stellt Geschäftsaktivitäten auf den Prüfstand und soll künftig nur noch von einem Vorstands-Duo geführt werden.

Ziel des Sparprogramms sei es, die Prozesse, Strukturen und Geschäftsaktivitäten der Gruppe zu straffen und Kosten zu senken, teilte Deutschlands größter Elektronikhändler in Düsseldorf mit.

Dem Vernehmen nach soll eine "mittlere dreistellige Zahl" Stellen in dem Unternehmen wegfallen. Auch das Management wird nicht verschont und soll schlanker werden: Die Ceconomy-Spitze werde verkleinert und ab 1. Juni aus nur noch zwei Vorständen bestehen.

Die Optimierung und Umstrukturierung konzentriere sich insbesondere auf Zentral- und Verwaltungseinheiten in Deutschland, hieß es in einer Börsenmitteilung weiter. Das Programm umfasse auch die Überprüfung der Geschäftsaktivitäten von kleineren Unternehmen im Portfolio, hieß es weiter.

Mit dem "Kosten- und Effizienzprogramm" sollen die "Grundlagen für profitables Wachstum" geschaffen werden. Ceconomy beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 27.000 Mitarbeiter einschließlich der Märkte. Weltweit belaufe sich die Beschäftigtenzahl auf gut 60.000.

Die erwarteten Einsparungen des Programms bezifferte Ceconomy auf 110 Millionen bis 130 Millionen Euro jährlich. Diese sollen den Angaben zufolge bereits mehrheitlich ab dem Geschäftsjahr 2019/20 wirksam werden.

Doch zunächst fallen Kosten an. Im Geschäftsjahr 2018/19 dürften Aufwendungen von insgesamt rund 150 bis 170 Millionen Euro zu stemmen sein. Darüber hinaus ergeben sich Wertminderungen von Vermögenswerten von rund 20 Millionen Euro. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 bleibe von den Maßnahmen unberührt, hieß es.

Auch der Ceconomy-Vorstand wird nochmals umgebaut, wie aus einer weiteren Mitteilung hervorgeht. Dieter Haag Molkenteller, bislang im Vorstand für Recht, Compliance und Risikomanagement verantwortlich, verlasse das Gremium zum 31. Mai. Der Vorstand bestehe damit ab dem 1. Juni aus Jörn Werner (CEO) und Karin Sonnenmoser (Finanzen).

Aus dem Aufsichtsrat scheide Peter Küpfer auf eigenen Wunsch zum 30. April aus. Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat hätten sich für Christoph Vilanek, Chef der freenet AG, als Nachfolger ausgesprochen.

2018 gab es bereits einen abrupten Managementwechsel auf der ersten und zweiten Führungsebene - unter anderem mit den Abgängen von Konzernchef Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese, die nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr das Unternehmen verlassen mussten. Dies kostete Ceconomy bereits mehrere Millionen Euro.

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